Müller-Miklaw-Nickel Ingenieurgesellschaft

Holländer lässt Rittergut Tiefenau einrüsten

In einem Monat soll eine Fassade fertig geputzt sein. Für Henry de Jong ist das ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Ferienparadies. Der Zeitplan ist sportlich.

 

Tiefenau. Halbzeit oder Bergfest - das sind die gängigen Begriffe, wenn die Hälfte eines Fußballspiels geschafft ist oder der Mittelpunkt einer Wegstrecke erreicht wurde. Drei Jahre, nach dem Henry de Jong das Areal von Schloss Tiefenau gekauft hat, kann durchaus von einem Bergfest gesprochen werden. Zumindest, wenn die Pläne des Niederländers aufgehen. 

 Wie er der SZ verriet, soll das gesamte Areals bis Ende 2022 fertig sein. Nicht nur die Sanierung des Ritterguts, sondern auch die Wiedererrichtung des Tiefenauer Schlosses, der Bau von 80 Ferienhäusern und die Gestaltung einer Golfanlage zwischen Lichtensee, Heidehäuser und Tiefenau. "Das ist sportlich, aber ich bin ein Optimist", sagt de Jong.  "Das geht auch, wenn man mit genügend Manpower Dampf machen kann."

Am Mittwoch wurde eine Fassade des östlichen Torhauses eingerüstet. Sie soll geputzt werden. Nicht  nur pro forma, damit nicht noch mehr Mörtel aus den Fugen des alten Gemäuers bröselt. Nein, die Fassade soll das fertige Antlitz des zukünftigen Premium Resort Schloss Tiefenau erhalten. Von der Straße aus sollen Passanten dann einen ersten Eindruck haben,  wie das gesamte Rittergut einmal aussehen soll. 

Henry de Jong sitzt in seinem spartanisch eingerichteten Büro im östlichen Torhaus des Rittergutes.
Henry de Jong sitzt in seinem spartanisch eingerichteten Büro im östlichen Torhaus des Rittergutes. © Jörg Richter

In den nächsten Tagen und Wochen soll der alte Putz abgeklopft und Sandsteinelemente saniert bzw. ausgewechselt werden. Das macht das Team um Objektmanager Holger Wolf noch in Eigenregie. Zu der bisher fünfköpfigen Stammmannschaft des zukünftigen Urlauberparadieses zählen neben Wolf, einem Zimmermann, einem Gärtner und einer Hilfskraft auch ein Steinmetz. Anschließend wird neu verputzt. Das lässt de Jong aber von einer Firma machen. 

Auch Farbe soll schon dran. "Wie sie aussehen soll, darüber wird noch gesprochen", sagt der niederländische Unternehmer. Aber er gehe davon aus, dass sie sich an der Gestaltung der bereits restaurierten Gartenpavillons anlehnt. "Mein Favorit ist ein helles Gelb mit weißen Fenstereinfassungen", verrät der 59-Jährige, der sich im östlichen Torhaus ein Büro eingerichtet hat.

In einem Monat soll die Fassade fertig sein. Das ist zumindest der bisherige Plan. Inwieweit die Corona-Krise das Vorhaben beeinflusst, bleibe abzuwarten, so de Jong. Schon jetzt zeigen sich erste Auswirkungen der Pandemie. Denn die polnische Firma, die das Dach auf dem westlichen Torhaus sanieren sollte, darf nicht einreisen. Ursprünglich vereinbarte Termine könnten sich deshalb verschieben. Vielleicht muss sich der Unternehmer nach einer anderen Putzfirma umsehen. Aber vermutlich zu anderen Konditionen. Das könnte die Sanierung des Rittergutdaches teurer machen.

Wenn das Gerüst hier fertig ist, soll es am westlichen Torhaus weitergehen.
Wenn das Gerüst hier fertig ist, soll es am westlichen Torhaus weitergehen. © Lutz Weidler

Davon lässt Henry de Jong sich aber von seinen Gesamtvorhaben nicht abbringen. In Tiefenau soll ein Ferienresort entstehen, das in Deutschland seinesgleichen sucht. 

Das Konzept eines Schlosshotels mit Ferienhäusern und einem 120 Hektar großen Golfplatz sei in Deutschland einzigartig.

Auf die Frage, ob es denn in Holland nicht auch die Möglichkeit für ein derartiges Projekt gegeben hätte, antwortet er: "In Sachsen gibt es viel mehr Schlösser als in den Niederlanden. Denn es hat bei uns keine adelige Tradition gegeben wie hier." Die meisten Schlösser in seiner Heimat seien bereits saniert und verkauft. Außerdem seien die Baukosten hier geringer, denn es gebe in Deutschland viel höhere Fördermittel für denkmalgeschützte Bauwerke. "Das ganze Gebäudeensemble wird auf Landes- und Bundesebene als wertvolles Denkmal angesehen", bestätigt de Jong. "Der Denkmalschutz stellt Schloss Tiefenau sogar auf die gleiche Stufe mit dem Dresdner Zwinger." Es wird vermutet, dass die gleichen Architekten des Dresdner Hofes auch hier ihre Handschrift zurückgelassen haben.

In den nächsten Wochen soll auch die Hofseite des westlichen Torhauses eingerüstet und geputzt werden. Die Sanierung des gesamten Rittergutes werde wohl drei Jahre dauern. Also bis zur geplanten Eröffnung des Resorts.  "Die Sanierung des Altbestandes benötigt die meiste Zeit. Das ist kompliziert. Aber der Neubau der Ferienhäuser und der Wiederaufbau des Schlosses geht ziemlich schnell", sagt de Jong. Im Sommer soll begonnen werden, die ersten der 80 Ferienhäuser zu bauen.  

Baustart bei Ex-Glasinvest in Radebeul

Mit 150 neuen Wohnungen entsteht gerade das größte Wohnbaugebiet im Kreis Meißen. Einzug soll ab Ende 2022 sein.

So soll es Ende 2022 an der Meißner Straße aussehen. Am Dienstagvormittag war Baustart auf dem ehemaligen Glasinvest-Areal.
So soll es Ende 2022 an der Meißner Straße aussehen. Am Dienstagvormittag war Baustart auf dem ehemaligen Glasinvest-Areal. © Norbert Millauer

Radebeul. Jetzt geht es nach fast fünf Jahren Planung wirklich los auf dem Ex-Glasinvest-Areal an der Meißner Straße in Radebeul-Ost. Am Dienstagvormittag erklärte Investor Peter Heil mit seiner Radebeuler Firma Sächsische Wohnimmobilien GmbH (SWG) den offiziellen Baustart. Bauarbeiter mit Bagger sind schon am Arbeiten. Letzte Mauerreste müssen auf der Nordseite abgerissen werden. Aufgebaut ist auch schon was - eine Trafostation, die zuerst den Bauarbeitern nützt und danach der direkte Stromanschluss für rund 150 neue Wohnungen sein soll.

 

Die großen Wohnungen sind zuerst weg

Das 15.000 Quadratmeter große Grundstück zwischen der Meißner Straße, Hauptstraße und Freiligrathstraße wird in diesem Jahr vor allem im Tiefbau aufbereitet. Bis Ende Juni, so Heil, sollen die Erdarbeiten für die nördliche Tiefgarage erledigt sein. Ebenso vier Meter tief wird auf der Südseite danach für die Tiefgarage ausgebaggert.

Über der ersten Garage werden sieben Häuser mit insgesamt 52 Wohnungen errichtet. Diese, so der Investor, stehen zum Verkauf - Größen von 60 bis 100 Quadratmeter haben sie. Der Rohbau soll im nächsten Frühjahr stehen. Ende 2021 werde der Einzug möglich sein. Der Preis liegt zwischen 3.900 und 4.500 Euro je Quadratmeter. Die großen und teureren Wohnungen gehen zuerst weg. Etwa ein Drittel sei verkauft, so Heil.

Oberhalb der Meißner Straße entstehen sieben Gebäude mit 52 Eigentumswohnungen.
Oberhalb der Meißner Straße entstehen sieben Gebäude mit 52 Eigentumswohnungen. © Norbert Millauer

An der Meißner Straße entstehen zwei große Gebäude. Sie werden die hinteren Häuser abschirmen. Bis zu 58 Wohnungen sollen in den beiden Dreigeschossern sein. Sie werden vermietet. Mieter ist nicht, wie ursprünglich geplant, die Volkssolidarität, sondern jetzt die Johanniter Unfallhilfe.

Die Mitglieder des Regionalvorstandes Dirk Roscher und Titus Reime waren zum Baustart mit auf der Baustelle. Die Wohnungen sollen zwischen 40 und 80 Quadratmetern groß sein und rund zehn Euro Kaltmiete kosten. Barrierefrei und rollstuhlgerecht, versehen mit einem 24-Stunden-Hausnotruf, bekommen hier Senioren ein Zuhause. Auch 15 Plätze in der Tagespflege samt Fahrdienstbus werde es geben. Reservieren lassen könne man sich eine Wohnung auf der Webseite der SWG oder bei den Johannitern.

Im Erdgeschoss ist eine Begegnungsstätte vorgesehen. Eine Dachterrasse und ein mit Glaskuppel überdachter Innenhof sollen den Aufenthalt angenehm für die Rentner gestalten. Eine Sozialstation für die ambulante Pflege werde auch eingerichtet. Die Johanniter haben bereits ihre Notfallstation am nahen Elblandklinikum Radebeul.

Drogeriemarkt und Bäckerei ziehen ein

In die Erdgeschosse der beiden großen Gebäude an der Meißner Straße werden der Drogeriemarkt Rossmann von der jetzt anderen Straßenseite umziehen - auf mit knapp 800 Quadratmetern fast doppelt so großer Fläche wie heute. Daneben will die Neusörnewitzer Bäckerei Claus einziehen und ein Café mit 40 Sitzplätzen einrichten. Auch drei Arztpraxen seien als Mieter avisiert, so Investor Heil. Ganze 100 Quadratmeter seien noch für Läden zu haben. Einzug soll in die für Senioren passenden Wohnungen Ende 2022 sein.

Die Wohnungsgenossenschaft Lößnitz will ebenfalls auf dem Areal bauen. Sie beginnt im Winkel zwischen Freiligrathstraße und Meißner Straße ein Jahr später und werde demzufolge auch ein Jahr nach den anderen Bauten mit ihren geplanten 35 Wohnungen fertig sein, so Heil. Deren Größen sollen zwischen 60 und 80 Quadratmetern liegen, so der Radebeuler Architekt Frank Mehnert, welcher mit seinem Büro aT2 für die Pläne beider Bauherren zuständig ist.

Die Innenhöfe zwischen den Gebäuden werden begrünt, Bäume sind vorgesehen und auch ein Spielplatz wird angelegt.

Investor Peter Heil (Mitte) mit Dirk Roscher (re.) und Titus Reime von den Johannitern, die Seniorenwohnungen mieten werden. Peter Heil übergab einen Scheck mit 1.000 Euro für die Mitarbeiter der Johanniter Unfallhilfe, um sie in der aktuell angespannten
Investor Peter Heil (Mitte) mit Dirk Roscher (re.) und Titus Reime von den Johannitern, die Seniorenwohnungen mieten werden. Peter Heil übergab einen Scheck mit 1.000 Euro für die Mitarbeiter der Johanniter Unfallhilfe, um sie in der aktuell angespannten © Peter Redlich

Der Traum soll weitergehen

Die Betreiber von Gut Frohberg wollen ausbauen. Nicht alle Nachbarn sehen das mit Freude.

Seit mehr als 25 Jahren gibt es das Seminarzentrum Gut Frohberg in Schönnewitz. Jetzt soll es erweitert werden.
Seit mehr als 25 Jahren gibt es das Seminarzentrum Gut Frohberg in Schönnewitz. Jetzt soll es erweitert werden. © Claudia Hübschmann

Käbschütztal. Das war eine Premiere. Noch nie tagte der Käbschütztaler Gemeinderat im Gut Frohberg in Schönnewitz. Dabei gibt es das Seminarzentrum mit Übernachtungsmöglichkeiten schon seit Mitte der 1990er Jahre. So unterschied sich die Sitzung diesmal schon vom Ambiente. Sonst treffen sich die Räte in der eher sterilen Aula der Krögiser Schule.

Und auch in anderer Hinsicht unterschied sich die Sitzung. Es waren deutlich mehr Gäste anwesend, als Gemeinderäte. Das hatte einen guten Grund. Rudolf Schwarzmüller, einer der Betreiber der Anlage, stellte in der öffentlichen Sitzung die Pläne zum Ausbau und zur Erweiterung vor.

Die Anwohner von Schönnewitz, die von den Plänen mehr oder weniger direkt betroffen sind, waren ausdrücklich eingeladen, um sich zu informieren, aber auch Bedenken und Ideen vorzutragen. Denn die Ausbaupläne treffen längst nicht bei jedem auf Zustimmung.

Er habe sich hier einen Lebenstraum erfüllt, sagt Rudolf Schwarzmüller, der das Haus, seit einiger Zeit mit zwei neuen Gesellschaftern betreibt. Der Traum soll nun noch weitergehen. Sie möchten einen neuen Parkplatz schaffen, um die Anzahl der Parkflächen deutlich zu erhöhen. 

Künftig soll es 90 Parkplätze geben, derzeit sind es 50, von denen aber einige durch die geplanten Bauarbeiten wegfallen würden. Der neue Parkplatz soll aus Kunststoffsteinen, die ins Gras wachsen, gebaut werden.

Ein Teich soll naturnah im Tal angelegt und gleichzeitig als Feuerlöschteich genutzt werden. Dies ist auch eine Auflage nach dem Brand in der Anlage im November 2016. Geplant ist, das Gästehaus zu erweitern, eventuell soll auch der Saal vergrößert werden. Derzeit gibt es auf Gut Frohberg laut Internetportal acht Einzel- und 38 Doppelzimmer, dazu acht Gruppenräume. 

Durch einen Brand und die danach erforderlichen Brandschutzmaßnahmen seien einige Zimmer verloren gegangen, erläutert Schwarzmüller. Die neuen Betreiber wollen zudem auf dem Grundstück ein Eigenheim errichten. Neu ist eine Zeltwiese, die angelegt werden soll. „Viele Gäste haben wenig Geld, wollen deshalb im Zelt übernachten“, so der Betreiber.

Besonders umstritten ist der Parkplatz, der auf einer Wiese neu gebaut werden soll. Der Standort befindet sich allerdings in einer 90-Grad-Kurve einer schmalen und relativ vielbefahrenen Straße, auf der auch Fußgängerverkehr herrscht. Gemeinderat Jörg Lantzsch (Bürger für Käbschütztal) schlug deshalb vor, den Parkplatz zu verlegen. 

Er solle jetzt an der Straße, die von der B 101 nach Schönnewitz führt, gleich links auf einer Fläche angelegt werden. Auch Christoph Diemert möchte keinen Parkplatz gleich neben seinem Grundstück. „Die Scheinwerfer der Autos blitzen ins Wohnzimmer, es gibt Lärm, weil die Motoren laufengelassen werden“, sagte er.

Ulf Dietrich aus Schönnewitz appelliert an den Rat, Beschlüsse im Interesse der jungen Generation zu schaffen, die hier noch viele Jahre und Jahrzehnte leben wollen und meinte damit die neuen Gesellschafter. Diese wollten in Frieden mit den Mitbewohnern leben.

 Vom Architekten erwarte er, dass er flächenschonend plane und möglichst wenig neue Ackerfläche versiegele. Architekt Udo Scholz erläuterte, dass es sich bei der jetzigen Planung zunächst um eine Entwurfsplanung handele. Diese solle Erweiterungsmöglichkeiten auf dem Grundstück sichern und sei notwendig, weil es im Außenbereich liegt. 

Deshalb sei ein Bebauungsplan notwendig, der sich mit dem Flächennutzungsplan der Gemeinde in Übereinstimmung bringen lasse. Den Bebauungsplan muss das Landratsamt genehmigen. 

Zuvor werden alle Betroffenen und die Öffentlichkeit angehört. Ob die geplanten Baumaßnahmen stattfinden können, ist derzeit unklar, ebenso wie ein etwaiger Baubeginn. Es könnten durchaus ein, zwei Jahre ins Land gehen.

Glasinvest kurz vorm Zieleinlauf

Am Mittwoch sollen die Radebeuler Stadträte entscheiden, ob 2020 endlich gebaut werden darf.

Die geplante Eingangssituation in das Areal von ehemals Glasinvest ist von einem Platz gekennzeichnet.
Die geplante Eingangssituation in das Areal von ehemals Glasinvest ist von einem Platz gekennzeichnet. © Visualisierung: Architekturbüro AT2

Vier Jahre sind ins Land gegangen, seitdem ganz konkret für den ehemaligen Standort von Glasinvest an der Meißner Straße in Ost geplant wird. Vorher und auch seitdem hatten sich potenzielle Investoren dafür interessiert, auch Pläne vorgelegt. Die Besitzverhältnisse für die Fläche haben sich wiederholt geändert. Zwei der Investoren haben letztlich durchgehalten und wollen jetzt auch bauen.

Es sind die Sächsische Wohnimmobilien GmbH (SWG) des Radebeulers Peter Heil und die Radebeuler Wohnungsgenossenschaft Lößnitz. Sie wollen auf dem Areal von einer Gesamtgröße von rund 15.000 Quadratmetern zusammen in mehreren Gebäuden fast 150 Wohnungen errichten.

Der Radebeuler Wohnungsgenossenschaft Lößnitz gehören 2.583 Quadratmeter. Das betrifft die Fläche an der Südostseite im Winkel von Meißner Straße und Freiligrathstraße. In dem Gebäudewinkel will die WG Lößnitz 35 Wohnungen bauen, deren Größen werden zwischen 60 und 80 Quadratmetern liegen, so der Radebeuler Architekt Frank Mehnert, welcher mit seinem Büro aT2 für die Pläne beider Bauherren zuständig ist.

Peter Heil möchte zwei Gebäude an der Meißner Straße sowie im Eck Meißner Straße, Hauptstraße errichten. Sieben weitere Häuser sind hinter diesen Richtung Weinbergseite geplant. An der Meißner Straße sind 54 Wohnungen vorgesehen. Zur Straße hin werden diese Wohnungen mehrfach verglaste Wintergärten bekommen, so dass die Verkehrsgeräusche der Hauptstraße in den Wohnungen nicht ankommen sollen.

In den sieben Stadthäusern dahinter sind 52 Wohnungen vorgesehen – mit zwei, drei und vier Räumen und Größen von 60 bis 100 Quadratmetern. Unter einem Großteil des Areals wird eine Tiefgarage eingerichtet. 66 Stellplätze soll es hier geben. Die Einfahrt ist an der Hauptstraße, wo weitere Kurzzeitparkplätze eingerichtet werden. Diese sind für Kunden der Geschäfte gedacht, die im Erdgeschoss der Häuser an der Meißner Straße angesiedelt werden sollen. Dazu gehören der Drogeriemarkt Rossmann, eine Bäckerei mit Café und eine Bank. Außerdem hat Heil neuerdings auch Ärzte als Mietinteressenten gefunden.

Von der Einkaufsstraße Hauptstraße in Radebeul-Ost wird mit dem Sanieren der Meißner Straße zwischen Gleisdreieck und Eduard-Bilz-Straße eine direkte Verbindung als Fußgängerübergang ins Glasinvest-Areal angelegt. Der Übergang befindet sich an der Westseite der geplanten neuen Straßenbahnhaltestelle. Über die Meißner Straße gelangt der Bürger auf einen kleinen Platz mit Bäumen und Bänken. Ein Durchgang zwischen den Fronthäusern führt ins Wohngebiet mit den Stadthäusern dahinter.

Zuletzt hatten die Stadträte eine weitere Auslegung der Pläne gefordert und die Fassadengestaltung mit in den Durchführungsvertrag – den Investor und Stadt unterschreiben – aufgenommen. Nach der Auslage gab es eine Einwendung von einem Bürger, der darum bittet, den Fahrradverkehr auf der Hauptstraße passend mit einzuordnen.

Zu dem, was die Investoren mit übernehmen müssen, gehören auch die Sanierung der Hauptstraße bis zur Goethestraße sowie das Verbreitern des Gehweges in der Freiligrathstraße. Im Durchführungsvertrag sind alle Details und Verpflichtungen beschrieben, etwa auch, was gepflanzt werden soll. Zum Beispiel auf dem Vorplatz an der Ecke Hauptstraße, Meißner Straße. Rund 650.000 Euro planen die Investoren für das Bauen an öffentlichen Straßen und Plätzen im Gebiet ein.

Bekommen die jetzt ausführlich im Stadtentwicklungsausschuss besprochenen Pläne nach dem Ausschuss auch die mehrheitliche Zustimmung im Stadtrat, dann will das Radebeuler Architekturbüro aT2 von Frank Mehnert und Dirk Georgi im Januar den Bauantrag für alle Vorhaben einreichen. Ziel sei es, im Frühjahr mit dem Erdaushub zu beginnen und die Tiefbauarbeiten 2020 abzuschließen, sagt Peter Heil. Er rechnet mit einer Bauzeit von etwa drei Jahren.

„Die Frauenkirche hat mich inspiriert“

Dem Ziel, aus Tiefenau einen Ort für Feriengäste zu machen, ist Henry de Jong zuletzt ein gutes Stück näher gekommen. Die SZ hat mit ihm darüber gesprochen.

Steinmetz Arkadiusz Kosiol ist derzeit mit Sanierungsarbeiten am Tor des Tiefenauer Ritterguts beschäftigt. Die Gemäuer sollen einmal das Herzstück des viel größeren Ferienresorts mit Golfplatz bilden.
Steinmetz Arkadiusz Kosiol ist derzeit mit Sanierungsarbeiten am Tor des Tiefenauer Ritterguts beschäftigt. Die Gemäuer sollen einmal das Herzstück des viel größeren Ferienresorts mit Golfplatz bilden. © Sebastian Schultz

Herr de Jong, der Bebauungsplan für das Resort in Tiefenau ist von der Gemeinde beschlossen. Wann fangen Sie mit dem Bauen an – und wo?

Das hängt davon ab, wann der Bebauungsplan bekannt gemacht wird. Wie Sie gehört haben, könnte das Anfang nächsten Jahres passieren. Das Erste, was wir dann bauen wollen, wird ein Musterferienhaus an der Nordseite des Schlossgeländes sein.

Wozu?

Das soll dem Vertrieb weiterer Ferienhäuser dienen. Wir sind eine Projektentwicklungsgesellschaft. Mit dem Verkauf der Ferienhäuser erwirtschaften wir einen Ertrag, um das Projekt weiter voranbringen.

Angenommen, man würde so ein Ferienhaus kaufen wollen. Wie viel Geld muss man da mitbringen?

Wir kalkulieren mit unterschiedlichen Modellen, und es hängt auch vom Bauherrenwünschen ab. Das kleinste Modell hat vier Betten, das größte acht bis zwölf. Es geht ab etwa 200.000 Euro los.

Sie haben die Gesamtkosten für das Ferienresort einmal mit 50 Millionen Euro beziffert. Ist das noch aktuell?

Es wird etwas mehr, es ist ja seither auch etwas Zeit vergangen. Wir rechnen grob mit 50 bis 55 Millionen Euro.

Der aktuelle „Masterplan“ zeigt, wie das Resort einmal aussehen soll. Unten links: die von Lichtensee kommenden Straßen S 89 Richtung Heidehäuser und B 169 Richtung Ortslage Tiefenau. Das Tiefenauer Rittergut (oben rechts) soll das Herz der Anlage sein. A
Der aktuelle „Masterplan“ zeigt, wie das Resort einmal aussehen soll. Unten links: die von Lichtensee kommenden Straßen S 89 Richtung Heidehäuser und B 169 Richtung Ortslage Tiefenau. Das Tiefenauer Rittergut (oben rechts) soll das Herz der Anlage sein. A © Repro: SZ

Gibt es eigentlich einen Plan für den Fall, dass die Finanzierung nicht zustande kommt?

Nein, es gibt keinen Plan B. Ich glaube, für ein Projekt wie Tiefenau ist es die richtige Zeit. Die Leute suchen sichere Anlagen und investieren gern in Immobilien. Die Großstädte sind aber für viele zu teuer geworden und auch zu riskant. Aus der Marktforschung, die wir kennen, leiten wir ab, dass es einen Bedarf nach hochwertigen Ferienhäusern gibt. Auf dem Niveau, das wir anstreben, sind Ferienwohnungen auch für das ganze Jahr gebucht.

Werden sie das denn auch? Viele fragen sich, wieso Touristen gerade nach Tiefenau kommen sollten ...

Ich kann verstehen, dass Leute so denken. Dazu muss man aber sagen: Die Gäste kommen nicht nur wegen der Umgebung. Sie kommen vor allem wegen dem, was das Resort bietet. Das Resort ist eine Welt für sich mit Top-Wellness und -gastronomie, Golfplatz, schöner Natur und Ruhe.

Das suchen viele – auch gerade Firmen, die ihre Leute zu Tagungen schicken. In der Nähe meines Wohnortes in den Niederlanden gibt es eine ähnliche Anlage. Sie heißt Lauswolt und ist immer sehr gut gebucht. Da kann man auch sagen, das liegt mitten im Nirgendwo. Stimmt. Aber: Es funktioniert.

Vor fünf Jahren haben Sie gesagt, dass bis dahin eine Million Euro in die Entwicklung des Projektes geflossen ist. Wie hoch ist der Betrag inzwischen?

Zwischen drei und vier Millionen Euro.

Henry de Jong.
Henry de Jong. © Sebastian Schultz

Wer trägt eigentlich die Kosten?

Es gibt mehrere Investoren, insgesamt etwa zehn bis 15 Leute.

Wie muss man sich das vorstellen?

Man fängt mit einer Idee an. Ich habe diese Idee Geschäftsfreunden im In- und Ausland gezeigt. Die haben gesagt, das ist ambitioniert, kann aber funktionieren. Dann fängt man an, mit eigenem Geld und Einsatz. Dann kommt der Zeitpunkt, an dem man an Freunde und einen Liebhaberkreis herantritt. So baut sich das Ganze aus. Je weiter man kommt, desto attraktiver wird es.

Für Leute mit viel Geld ...

Es sind Unternehmer, die sich beteiligt haben und Liebhaber. Diese Leute haben Geld und keine Angst, so etwas zu machen. Sie verstehen auch, dass so ein Projekt viel Zeit braucht. Diese Leute können die Risiken einschätzen und haben auch die Ruhe, zu verkraften, wenn es schiefgehen würde. Das wird es aber nicht.

Im Gemeinderat haben Ihre Planer gesagt, dass eine Klage gegen den Bebauungsplan möglich ist, etwa durch einen Umweltverband wie den Nabu. Das würde das Projekt um Jahre verzögern. Wie groß ist Ihre Sorge vor so einer Klage?

Sehr klein. Ich möchte auch gern weiterhin mit dem Nabu sprechen. Denn ich sehe es so: Wir schaffen durch den geplanten Golfplatz mehr Natur und Platz für Tiere, wo jetzt noch sehr intensiv Landwirtschaft betrieben wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Nabu klagt, um diesen Status quo zu erhalten.

Geschäftsmann Henry de Jong arbeitet seit rund 15 Jahren an einem Ferienareal in Tiefenau, das rund um das dortige Rittergut angelegt werden und rund 100 neue Arbeitsplätze bringen soll.

Nachdem vor zehn Jahren erste Planungsverfahren angelaufen waren, schien das Großprojekt zum Erliegen gekommen; im Hintergrund liefen aber Planungen und der Grunderwerb weiter.

2016 wurde das Planungsverfahren wieder gestartet. Das Resortprojekt war überarbeitet und u. a. die Zahl der Ferienhäuser von einst 350 drastisch reduziert. Als künftiger Betreiber der Anlage wurde das Unternehmen RIMC vorgestellt.

Ende 2017 verkündete Henry de Jong, das Tiefenauer Rittergut und weitere Flächen mit seiner Firma gekauft zu haben. Danach begannen Aufräumarbeiten.

Im November 2019 beschloss der Wülknitzer Gemeinderat den Bebauungsplan für das Resort. Damit ist das Baurecht für das Großprojekt greifbar

 

 

 

 

Wenn es nächstes Jahr mit dem Bauen losgeht: Wie lange werden Sie bauen?

Ich denke, etwa zwei bis zweieinhalb Jahre. Gewisses Verzögerungspotenzial gibt es beim Golfplatz durch das Wetter und beim Schlossareal wegen der alten Bausubstanz.

Sie sprechen vom Schloss: Wenn es als Hotel wiederaufgebaut würde, hätte Tiefenau ein wiederaufgebautes Stück Barock – so wie Dresden die Frauenkirche ...

Die Frauenkirche hat mich sehr inspiriert, muss ich sagen. Ich habe damals gedacht: Mensch, wenn das funktioniert, dann ist viel möglich. Dresden kenne ich ja noch aus der Vorwendezeit. Dort ist sehr viel Schönes wieder entstanden, und man spürt auch eine Magie und Atmosphäre. Das zieht die Leute an. Ich denke, das wird Tiefenau auf seiner bescheidenen Ebene auch.