Müller-Miklaw-Nickel Ingenieurgesellschaft

An die Spaten, fertig, los!

Mit dem ersten Spatenstich begann symbolisch der Bau der Sporthalle in Schieritz. © Claudia Hübschmann

Am Freitag gab es den ersten Spatenstich für die neue Sporthalle in Schieritz. Gebaut wird aber noch lange nicht.

Diera-Zehren. Sie wird von vielen Freizeitsportlern aus der Gemeinde sehnsüchtig erwartet: die neue Sporthalle in Schieritz. Sie ist ein Ersatzneubau für die ehemalige Zehrener Schulturnhalle, die dreimal im Elbehochwasser unterging. Nach der letzten Flut 2013 wurde entschieden, diese nicht erneut aufzubauen. 

Am Freitagnachmittag wurde nach fast sechs Jahren der erste Spatenstich vollzogen. Es ist aber nur ein symbolischer Akt. Richtig gebaut wird erst ab März kommenden Jahres. Ursprünglich war von einer Bauzeit von rund einem Jahr die Rede. Wie Bürgermeisterin Carola Balk (parteilos) am Freitag sagte, soll die Halle erst im August 2020 übergeben werden.

Die Kosten von rund drei Millionen Euro werden zum Teil aus Spendengeldern aufgebracht. So gaben die Johanniter Unfallhilfe und der Verein Arche Nova jeweils 150 000 Euro, der Arbeiter-Samariter-Bund steuert gar 400 000 Euro bei. 

Aus der Sportförderung des Freistaates Sachsen und aus Hochwasserhilfen fließen insgesamt rund 1,8 Millionen Euro. Auch die Gemeinde Diera-Zehren muss einen Eigenanteil zahlen. Es entsteht eine Einfeld-Sporthalle mit Kegelbahn. Sie ist der Ersatz für die Kegelanlage in Niederlommatzsch, die ebenfalls vom Hochwasser überflutet wurde.

Unumstritten ist die Halle nicht. Die einen kritisieren die hohen Kosten für eine relativ kleine Anzahl an Freizeitsportlern, die Anwohner in Schieritz fürchten Lärm und dass ihre Grundstücke zugeparkt werden. 

Zudem sei die Zufahrtsstraße zu eng und nicht für so viele Fahrzeuge ausgelegt. Unzufrieden sind auch die Fußballer des SV Wacker Zehren. Sie kritisieren, dass die vier Kabinen in der Halle bei Fußballspielen nicht ausreichten, wenn gleichzeitig noch andere Sportler in der Halle trainierten. 

Zudem wollen sie ihr altes Vereinsheim behalten. Der stellvertretende Vereinschef Thomas Matthes nahm deshalb demonstrativ nicht am ersten Spatenstrich teil. Auch der Standort ist umstritten. Insgesamt standen vier Standorte zur Auswahl. „Die Sportler haben demokratisch entschieden, dass in Schieritz gebaut werden soll, das müssen wir akzeptieren“, so die Bürgermeisterin. Sie wolle Harmonie mit den Anwohnern. „Wir müssen uns zusammenreißen während des Baus und auch nach dem Bau“, sagte sie.

Die Bürgermeisterin setzt auf eine Symbiose mit dem in Zehren ansässigen Vereinen und darauf, dass weitere Sportler die neue Halle nutzen werden. Anfrage gäbe es schon, beispielsweise von Tänzern.

 

Sächsische Zeitung

Mittwoch, 28.11.2018

Der neue Plan für Glasinvest

So könnte der Blick auf die neue Bebauung auf dem ehemaligen Glasinvest-Gelände von der Meißner Straße aus künftig aussehen. Die Gebäude sollen keine Flachdächer, sondern leicht spitze Ziegeldächer – der Umgebung angepasst – bekommen. Im Erdgeschoss unter © Animation: AT2-Architekten

Statt Eigentumswohnungen sollen Mietwohnungen in Radebeul entstehen – mit mehr Platz und Grün.

Radebeul. Rund zehn Jahre wird über das 15 000 Quadratmeter große Areal von Glasinvest an der Meißner Straße in Radebeul-Ost geredet und geplant. Mögliche Investoren und Besitzer der Grundstücke wechselten. Jetzt ist alles in zwei Händen. Der Radebeuler Bauunternehmer Peter Heil und die Wohnungsgenossenschaft Lößnitz wollen hier Mehrfamilienhäuser errichten.

Immer wieder hatten Stadtverwaltung und Stadträte Nachbesserungen an den Plänen gefordert. Zuletzt stellten die Radebeuler Architekten vom Büro AT2 mit Frank Mehnert und Dirk Georgi im Juli vor, wie – nach den Vorstellungen der Räte und Stadtplaner – gebaut werden könnte. Jetzt sind die Pläne offenbar perfekt. Nächste Woche soll der wesentliche Schritt im Bauausschuss gegangen und die öffentliche Auslegung beschlossen werden.

Und so steht es in den Planpapieren: Insgesamt sollen 124 Wohnungen errichtet werden. Zwei große Gebäude sind an der Hauptstraße, Ecke Meißner Straße und direkt an der Meißner Straße geplant. Die WG Lößnitz sieht ihren Bau an der Meißner Straße, Ecke Freiligrathstraße mit weiteren Wohnungen vor. 

In den großen Häusern sind 63 Wohnungen vorgesehen, welche die Volkssolidarität Elbtalkreis mit ihren Mietern beziehen will. Statt Balkone sind für die Wohnungen zur Meißner Straße verglaste Wintergärten, die den Schall abhalten, vorgesehen. VS-Geschäftsführer Frank Stritzke: „Wir warten dringend darauf, diese Wohnungen beziehen zu können. Auf der Warteliste stehen bereits 70 Interessenten.“ Die Grundrisse für die Wohnungen sollen noch mit der Volkssolidarität besprochen werden.

Im hinteren Bereich sind sechs Einzelhäuser geplant, in denen insgesamt 61 Wohnungen sein sollen. 23 davon werden Vierraumwohnungen sein, zum Beispiel für junge Familien, mit Größen etwas unter 100 Quadratmetern und Mieten teils noch unter zehn Euro.

Völlig neu an den Planungen von Investor Peter Heil ist, dass es jetzt alles Mietwohnungen werden.

Die Abstände zwischen den Häusern sind inzwischen größer als in den bisherigen Planungen. Dafür fällt etwa acht Prozent Wohnfläche weg. Unter den Häusern wird eine große Tiefgarage mit etwa 150 Stellplätzen angelegt. Für das Grundstück der WG Lößnitz ist eine eigene Tiefgarage vorgesehen. Die Gebäude werden keine Flachdächer, sondern der Gegend angepasste spitze Ziegeldächer bekommen.

Die jetzt großzügiger angelegten Freiflächen zwischen den Gebäuden sehen Wege und eine Erschließungsstraße vor, die nur innerhalb der Wohnanlage genutzt werden. Für die Freiflächenplanung zeichnet die Landschaftsarchitektin Grit Heinrich aus Radebeul verantwortlich. Sie hat einen großen Spielplatz zwischen den Wohnungen der Volkssolidarität und den sechs Mehrfamilienhäusern vorgesehen.

Rund um das Glasinvest-Areal sollen die Hauptstraße saniert und die Fußwege an der Freiligrathstraße – hier auf 2,50 Meter Breite – neu angelegt werden.

Auch der bisher strittige Punkt um die Anlieferung für einen vorher geplanten Supermarkt im Gebäude an der Meißner Straße ist nun ausgeräumt. Es wird keinen Supermarkt geben. Dafür kleinteiliges Gewerbe im Erdgeschoss der Gebäude an der Meißner Straße und der Hauptstraßenecke. Die Anlieferung mit Lkw für den Supermarkt wäre immer schwierig gewesen, weil genau an dieser Stelle die neue Haltestelle an der Meißner Straße geplant ist.

Vorgesehen sind jetzt ein Drogeriemarkt, ein Bäcker mit Café und weitere Läden, etwa ein Tagesbistro, sagt Investor Heil. Für den Drogeriemarkt steht eine umbaute Lkw-Garage an der Hauptstraße im Plan, die niemanden behindern soll. Eine Begegnungsstätte der Volkssolidarität ist im Nebengebäude vorgesehen.

Innerhalb des Areals ist keine öffentliche Straße. Lediglich Anwohner und Entsorgungsfahrzeuge sollen hier Zufahrt bekommen. Dies werde durch Poller abgesichert, sagt Architekt Frank Mehnert, der für die Verkehrsplanungen extra Fachleute zur Seite bekam. An der Hauptstraße sind zehn bis zwölf Kurzparkplätze für Kunden der Geschäfte geplant. Weitere Besucher sollen die Tiefgarage nutzen können.

Wenn die Stadträte am nächsten Dienstag diesen Plänen zustimmen und das öffentliche Auslegen beschließen, dann könnte bald die hässliche Brache verschwinden und ein neues Wohngebiet für Radebeul entstehen. Rainer Harazim, der als Nachbar mit seiner Familie an der Hauptstraße daneben wohnt: „Es wird jetzt Zeit. Gut, dass nun mit Mietwohnungen hier auch Möglichkeiten für junge Familien entstehen sollen.“

Sächsische Zeitung

Freitag, 16.11.2018

Wilsdruff wächst

Am Stadtrand entsteht ein neues Wohngebiet mit über 50 Parzellen. Nicht jeder freut sich darüber.

Von Maik Brückner

 

Wilsdruffs Bauamtsleiter André Börner steht vor der 3,6 Hektar großen Fläche zwischen der Nossener Straße und dem Birkenhainer Weg, die jetzt bebaut wird. Links von ihm werden zwei Regenwasserauffangbecken errichtet.
Wilsdruffs Bauamtsleiter André Börner steht vor der 3,6 Hektar großen Fläche zwischen der Nossener Straße und dem Birkenhainer Weg, die jetzt bebaut wird. Links von ihm werden zwei Regenwasserauffangbecken errichtet.

© Karl-Ludwig Oberthür

Wilsdruff ist weiter auf Expansionskurs. Zwischen der Nossener Straße und dem Birkenhainer Weg entsteht ein neues Wohngebiet. In den kommenden Jahren können hier 55 Eigenheime errichtet werden. Wilsdruffs Bauamtsleiter André Börner ist zuversichtlich, dass alle Parzellen bebaut werden. Nach seinen Informationen gab es zuletzt über 100 Bewerber für die Baugrundstücke, die zwischen 550 und 650 Quadartmeter groß sind.

Damit der Bau der Häuser im Frühjahr beginnen kann, muss das Gebiet erst einmal erschlossen werden. „Damit wurde in diesem Monat begonnen“, erklärt Börner und zeigt auf die Bagger, die hier Gruben für die Leitungen ausheben und mit den Vorbereitungen für den Straßenbau begonnen haben. Das werde die Haupterschließungsstraße, sagt Börner und zeigt auf die Trasse. Diese wird zehn Meter breit sein. Zu ihr gehört nicht nur ein Fußweg, sondern auch ein Streifen mit Parkflächen. Von dieser Hauptstraße gehen zwei schmalere Straßen ins Wohngebiet. Zwischen diesen beiden wird es drei kleine Verbindungsstraßen geben. Damit werde jede Parzelle erreicht, erklärt Börner.

Der Plan, dieses Grundstück zu bebauen, sei schon alt. Bereits 1997 hatte die Stadt begonnen, hier Baurecht zu schaffen. 2001 lag der Bebauungsplan vor. Kurz danach begann die Bebauung auf der südlichen Fläche. Auf der nördlichen Teilfläche passierte zunächst nichts. Die bundeseigene Grundstücksverwaltungsgesellschaft, die BVVG Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH, der der größte Teil dieser Fläche, rund 2,8 Hektar, gehörte, war nicht zum Verkauf bereit. „Erst vor drei Jahren schrieb die BVVG die Fläche aus“, sagt Börner. Wilsdruff konnte sich das Bauland endlich sichern.

Allerdings konnte es nicht sofort bebaut werden. Nach den Erfahrungen der Hochwasser von 2002, 2010 und 2013 musste die Stadt den Bebaungsplan überarbeiten lassen. Dazu wurden zwei Planungsbüros engagiert. Eines plante die Straßen, Wege und Plätze neu, das andere kümmerte sich um die Entwässerung. Hauptsächlich ging es darum, die Ableitung des Regenwassers von der 3,6 Hektar großen Fläche neu zu organisieren. Um Wasser aufzufangen, entstehen im Baugebiet zwei Regenwasserauffangbecken sowie ein Stauraumkanal. Dieser wird unterhalb einer Straße angelegt und soll bei Bedarf 80 Kubikmeter Regenwasser aufnehmen. Außerdem wurde die Straßenfläche um 1 450 Quadratmeter auf jetzt 5 400 Quadratmeter verringert.

Doch nicht nur mit dem Regenwasser mussten sich die Planer und das Bauamt befassen. Auch mit den Anliegern des Birkenhainer Weges gab es etliches zu besprechen. Einige waren nicht einverstanden, dass die Fläche bebaut wird. Börner kann das zum Teil nachvollziehen. „Sie haben sich daran gewöhnt.“ Über Jahre wurde die Fläche von einer Baumschule genutzt. Einige Anlieger vom Wohngebiet Birkenhainer Weg nutzten Teile der Fläche zum Beispiel als Lagerplatz. Dabei sollte jedem klar gewesen sein, dass diese Fläche nicht zum eigenen Grundstück gehört und später einmal bebaut werden würde, sagt Börner. Schließlich bestehe schon seit Jahren Baurecht. Und dass in Wilsdruff die Nachfrage nach Bauland weiterhin groß ist, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben.

Um den Anwohnern des Birkenhainer Wegs entgegenzukommen, wird die obere der kleinen Erschließungsstraßen 40 Zentimeter tiefer angelegt als ursprünglich geplant. Damit werde das Gefälle zum Wohngebiet Birkenhainer Weg geringer, erklärt Börner.

Sächsische Zeitung
Donnerstag, 11.10.2018

Sechs neue Häuser wachsen

Wo Tausende jeden Tag vorbeifahren, errichtet die WG Lößnitz ein komplett neues Wohngebiet. Die ersten Keller stehen schon.

Von Peter Redlich

 

Es geht schwer voran beim Bau der neuen Wohnsiedlung der Wohnungsgenossenschaft Lößnitz zwischen Maxim-Gorki-Straße und Meißner Straße, hier der Blick von der Maxim-Gorki-Straße aus.
Es geht schwer voran beim Bau der neuen Wohnsiedlung der Wohnungsgenossenschaft Lößnitz zwischen Maxim-Gorki-Straße und Meißner Straße, hier der Blick von der Maxim-Gorki-Straße aus.

© Norbert Millauer 

Radebeul. Tausende fahren jeden Tag an Radebeuls größter Baustelle entlang. Im Dreieck zwischen Meißner Straße und Maxim-Gorki-Straße in Ost errichtet sich die Wohnungsgenossenschaft Lößnitz ein neues Quartier.

59 Wohnungen in sechs Häusern sollen hier bis Mitte 2020 entstehen. Die Baugrube ist gewaltig – größer als ein Fußballfeld. Nahezu das gesamte Areal bekommt eine Tiefgarage. Etwa die Hälfte davon steht bereits in Beton gegossen im nördlichen Teil an der Maxim-Gorki-Straße. Auf dem Dach der Garage ist schon das erste Kellergeschoss für Haus 5 entstanden. Die polnischen Eisenflechter legen gerade die Bewehrung für den nächsten Betonguss an.

Der südliche Teil der Tiefgarage wird derzeit vorbereitet. Hier soll, neben dem Kran an der Nordseite, ein weiterer Lastenzug errichtet werden. Damit der gelbe Riese sicher steht, ist ein gehöriges Fundament nötig. Wer den Blick vom Bauzaun in die Tiefe richtet, erkennt, welcher Aufwand dafür betrieben werden muss.

Ebenso für die Säulen, welche die Decke der Tiefgarage stützen. Sie bekommen massive Fundamente. Schließlich wird darauf eine bis zu 80 Zentimeter starke Erdschicht im Innenhof aufgeschüttet, auf welcher Rasen wachsen, eine Zufahrtsstraße führen und sogar ein Teich angelegt werden sollen.

Michael Zenker, Technikvorstand der WG Lößnitz, hat die Bauaufträge für den Rohbau an die Firmen Hentschke Bau und Berger Bau vergeben. Erstere kümmern sich um alles, was mit Beton zu tun hat, Berger um das Mauern. An Haus 6 sind schon die Ziegelwände fürs Erdgeschoss hochgemauert.

Gezählt werden die Häuser an der Meißner Straße beginnend mit 1 bis 6 gegen den Uhrzeigersinn, sagt der Bauherr.

Haus 4 und 5 an der Maxim-Gorki-Straße haben schon ihren Keller, die sogenannte Filigrandecke darüber wird gerade vorbereitet. Haus 6, wo die roten Ziegelwände zu erkennen sind, bekommt die wesentlichen Medien für die gesamte Wohnanlage in den Kellerbereich. Von hier wird die Heizung gesteuert.

Das wichtigste Teil wird das neue Blockheizkraftwerk sein. Davon bekommen die Häuser nicht nur Wärme und warmes Wasser. Der Motor stellt mit seiner Abwärme auch Strom her. Noch im Winter soll das Heizwerk eingebaut werden. Michael Zenker will die Heizzentrale so sehr früh drin haben, weil sie schon auf der Baustelle im Winter für Wärme und Strom sorgen und das Arbeiten auch bei Frost ermöglichen soll.

Zenker: Später, im normalen Betrieb, wird neben Heizung und Warmwasser, der Strom für die Aufzüge, die Außen- und die Tiefgaragenbeleuchtung sowie als Rampenheizung genutzt. Letzteres ist die Tiefgarageneinfahrt, worunter die Heizung bei Feuchtigkeit und Frost anspringen und damit an der Meißner Straße rutschfreie Ein-und Ausfahrt gewährleisten soll. Eine zweite Ausfahrt an der Maxim-Gorki-Straße wurde den Bauherren nicht gestattet.

Doch bis zur Einfahrt in die Tiefgarage ist es noch ein gehöriges Stück Arbeit zu erledigen. Eine eigene Trafostation versorgt die Baustelle und später die gesamte Wohnanlage mit Strom. In diesem Jahr werden noch die Bodenplatte und der Keller für Haus 1 errichtet. Ebenso Haus 3 an der östlichen Grundstücksgrenze. Haus 2 an der Meißner Straße kommt zuletzt dran – an dessen Stelle wird gerade der Kranplatz eingerichtet.

Das Schmutzwasser aus den 59 Wohnungen fließt in beide Richtungen – zur Meißner und zur Maxim-Gorki-Straße. Regenwasser wird gesammelt und im Sandboden unter der Wohnanlage versickert. Es soll vier Versickerungsschächte und dazugehörige Sammler geben. Die Sammler sind als große runde Betonteile jetzt noch zu erkennen.

In den Außenbereichen der Anlage sind 20 neue Bäume geplant. Die Fußwege an der Meißner Straße – hier gelbes Pflaster – und an der Maxim-Gorki-Straße – Pflaster in Anthrazit – werden erneuert. Eine Hecke wird die Häuser 1 und 2 von der Meißner Straße abschirmen. Hier dürfen die Gebäude mit drei Geschossen errichtet werden, im Innern der Anlage sind es zwei Geschosse (siehe Animation in der Textmitte). Die Fenster zur Meißner Straße bekommen eine schallisolierende Belüftung, so Michael Zenker.

60 Tiefgaragenstellplätze gehören zur Anlage. Die WG Lößnitz will ihre Mieterschaft mit der neuen Anlage verjüngen. Deshalb, so Thomas Vetter, kaufmännischer Vorstand, möchten wir auch an junge Familien vergeben. Es sollen Zwei-, Drei- und Vierraumwohnungen sein, sagt Michael Zenker. Darunter zwölf Zweiraumwohnungen mit etwa 60 Quadratmetern, 18 Dreiraumwohnungen zu rund 75 Quadratmetern und 29 Vierraumwohnungen mit etwa je 90 Quadratmetern Größe. Entworfen hat die Anlage das Radebeuler Architekturbüro aT2 von Frank Mehnert und Dirk Georgi.

Wie gefragt die Wohnungen sind, zeigt die Bewerberzahl. Fast 240 stehen bereits in der Liste.

Sächsische Zeitung

Dienstag, 09.10.2018

Neues Wohnviertel Uferstraße

Fünf neue Häuser sollen auf dem Dreieck in Kötzschenbroda gebaut werden. Eine heute hässliche Ecke wird zum Spielplatz gestaltet.

Von Peter Redlich

 

Das graue Gebäude ist die heutige Ruine an der Kötitzer Straße. Sie soll saniert werden und einen Anbau als weiteres Haus bekommen. Vier weitere neue Häuser plant Bauherr Christoph Dross auf dem rund 5000 Quadratmeter großen Areal zwischen Kötitzer und Uferstraße in Radebeul-West.
Das graue Gebäude ist die heutige Ruine an der Kötitzer Straße. Sie soll saniert werden und einen Anbau als weiteres Haus bekommen. Vier weitere neue Häuser plant Bauherr Christoph Dross auf dem rund 5 000 Quadratmeter großen Areal zwischen Kötitzer und Uferstraße in Radebeul-West.

© Animation Nöfer Architekten

 

Radebeul. Die Wiese im Winkel zwischen Uferstraße und Kötitzer Straße in Altkötzschenbroda ist mal Parkplatz für die Händler beim Weinfest, mal fressen sich hier Pferde satt. Die meisten Wochen im Jahr wuchert sie einfach nur zu. Auch das ruinöse Gebäude an der Kötitzer Straße ist kein schöner Anblick. Eigentlich sollte es längst abgerissen sein.

In den nächsten anderthalb Jahren wird sich hier gehörig was ändern. Grundstücksbesitzer Christoph Dross – bekannt von zuletzt den Bauten Sidonienhöfe, Parkhaus und Rewe-Markt in Radebeul-Ost – hat schon lange Pläne mit dem knapp 5 000 Quadratmeter großen Areal.

Vor Jahren schon entwarf der Radebeuler Architekt Frank Mehnert Pläne unter dem Titel Korbmacherhöfe. Zuletzt geisterten Gerüchte durch Kötzschenbroda, das Grundstück wäre verkauft worden. Jetzt gibt es klare Pläne und auch eine von der Stadt ausgereichte Baugenehmigung, bestätigt der Besitzer der Fläche (siehe Grafik als Draufsicht).

 

Baustart in gut einem Monat

 

Im November soll Baustart sein, kündigt Dross an. Dann wird die Baugrube für ein neues kleines Wohnviertel ausgehoben, welches sich an die bereits vorhandene Bebauung westlich davon anschließt. Die Baustellenzufahrt werde zuerst nur an der Uferstraße sein, später gibt es auch eine zweite von der Kötitzer Straße aus.

Der Bauherr will hier fünf neue Häuser errichten. Eins davon ist ein Anbau an die bestehende Ruine, die komplett saniert werden soll. Zwar gab es für den alten Bau schon mal eine Abrissgenehmigung – aber die war abgelaufen. Und jetzt gestattet der Denkmalschutz dies nicht erneut. Also wird das Haus mit seiner Fassade wieder hergestellt.

Auch das historische und bewohnte lindgrüne Gebäude an der Uferstraße sollte ursprünglich den Neubauten zum Opfer fallen. Christoph Dross hat sich jetzt entschieden, es zu erhalten. Auch weil es Einwände seitens der Stadt gab.

Die neuen Häuser werden Keller, Erdgeschoss, erste Etage und ein Dachgeschoss haben und damit der Umgebungsbebauung auch in der Dachneigung angepasst. Insgesamt sollen in den Gebäuden 30 Wohnungen angelegt werden.

Der Bauherr sagt, dass es vorwiegend Drei-, Vier und auch einige Fünfraumwohnungen sind. Im alten Gebäude an der Kötitzer Straße sind auch einige Zweiraumwohnungen vorgesehen. Hier sind Größen zwischen 48 und 60 Quadratmeter geplant. Die Mehrzahl der Wohnungen ist zwischen 68 und 93 Quadratmetern groß. Die größte Wohnung werde 125 Quadratmeter umfassen. Die Dachgeschosswohnung im Altbau kommt auf 108 Quadratmeter – alle Größenangaben sind mit Terrasse oder Balkon gerechnet. Fast jede Wohnung soll einen, manche werden sogar zwei Balkone haben.

Insgesamt entstehen auf dem Areal an der Uferstraße rund 3 000 Quadratmeter Wohnrum. Alles wird vermietet werden. Ersten Berechnungen nach, so Dross, werden die Kaltmieten zumeist knapp unter neun Euro liegen – abhängig von der Wohnungsgröße.

Die bestehende Tiefgarage unter der bestehenden Wohnanlage Uferstraße soll unter das neu zu bebauende Grundstück hin erweitert werden. Dross und seine Architekten wollen die Ausfahrt zur Kötitzer Straße hin schließen. Hier gibt es immer schon Sichtprobleme bei der Ausfahrt, weil lediglich ein Spiegel an der Straße vorbeikommende Fahrzeuge anzeigt – was bei Regen und Beschlag des Spiegels immer wieder zu Sichtschwierigkeiten und Gefahr geführt hat.

Künftig sollen Ein- und Ausfahrt von der Uferstraße auf der bisherigen Einfahrt Uferstraße sein. Mit einer Ampelanlage werde das geregelt, sagt Dross. Außerdem will er den kantigen Bordstein an der Einfahrt beseitigen und die Zufahrt abrunden und erweitern, sodass es die Garagennutzer künftig einfacher haben.

 

Stellplätze für Autos und Räder

 

35 neue Stellplätze sollen in der erweiterten Tiefgarage neu entstehen. Für Fahrräder werden 70 Abstellplätze geschaffen. An der Kötitzer Straße sind fünf Besucherparkplätze geplant. Jetzt sind etwa 60 Autostellplätze in der bestehenden Tiefgarage vorhanden. Dort werde außerdem renoviert, so der Bauherr.

Die Fußwege rundum werden neu angelegt. An der Kötitzer Straße hat Dross Land an die Stadt abgegeben, damit hier die Bürger vor den Häusern beidseits laufen können.

Im Februar, März 2019, so der Plan, würden die Arbeiten für die Rohbauten der Häuser beginnen. Frühjahr, Frühsommer 2020 will Dross die Häuser bezugsfertig haben. Der Hof zwischen den Gebäuden wird grün gestaltet. Außerdem hat sich der Bauherr verpflichtet, an der unschönen Grundstücksspitze von Uferstraße und Kötitzer Straße einen Spielplatz auf städtischem Areal anzulegen. Dieser soll auch einen Zaun als Abgrenzung vom Verkehr bekommen.

In den nächsten Wochen, so Christoph Dross, werde zu dem Bauvorhaben noch eine Webseite angelegt und diese auf der Bautafel veröffentlicht. Wer jetzt schon Interesse an einer Wohnung habe, könne Kontakt zur DGV Hausverwaltung (Telefon 0351 839400) aufnehmen.