Müller-Miklaw-Nickel Ingenieurgesellschaft

„Die Frauenkirche hat mich inspiriert“

Dem Ziel, aus Tiefenau einen Ort für Feriengäste zu machen, ist Henry de Jong zuletzt ein gutes Stück näher gekommen. Die SZ hat mit ihm darüber gesprochen.

Steinmetz Arkadiusz Kosiol ist derzeit mit Sanierungsarbeiten am Tor des Tiefenauer Ritterguts beschäftigt. Die Gemäuer sollen einmal das Herzstück des viel größeren Ferienresorts mit Golfplatz bilden.
Steinmetz Arkadiusz Kosiol ist derzeit mit Sanierungsarbeiten am Tor des Tiefenauer Ritterguts beschäftigt. Die Gemäuer sollen einmal das Herzstück des viel größeren Ferienresorts mit Golfplatz bilden. © Sebastian Schultz

Herr de Jong, der Bebauungsplan für das Resort in Tiefenau ist von der Gemeinde beschlossen. Wann fangen Sie mit dem Bauen an – und wo?

Das hängt davon ab, wann der Bebauungsplan bekannt gemacht wird. Wie Sie gehört haben, könnte das Anfang nächsten Jahres passieren. Das Erste, was wir dann bauen wollen, wird ein Musterferienhaus an der Nordseite des Schlossgeländes sein.

Wozu?

Das soll dem Vertrieb weiterer Ferienhäuser dienen. Wir sind eine Projektentwicklungsgesellschaft. Mit dem Verkauf der Ferienhäuser erwirtschaften wir einen Ertrag, um das Projekt weiter voranbringen.

Angenommen, man würde so ein Ferienhaus kaufen wollen. Wie viel Geld muss man da mitbringen?

Wir kalkulieren mit unterschiedlichen Modellen, und es hängt auch vom Bauherrenwünschen ab. Das kleinste Modell hat vier Betten, das größte acht bis zwölf. Es geht ab etwa 200.000 Euro los.

Sie haben die Gesamtkosten für das Ferienresort einmal mit 50 Millionen Euro beziffert. Ist das noch aktuell?

Es wird etwas mehr, es ist ja seither auch etwas Zeit vergangen. Wir rechnen grob mit 50 bis 55 Millionen Euro.

Der aktuelle „Masterplan“ zeigt, wie das Resort einmal aussehen soll. Unten links: die von Lichtensee kommenden Straßen S 89 Richtung Heidehäuser und B 169 Richtung Ortslage Tiefenau. Das Tiefenauer Rittergut (oben rechts) soll das Herz der Anlage sein. A
Der aktuelle „Masterplan“ zeigt, wie das Resort einmal aussehen soll. Unten links: die von Lichtensee kommenden Straßen S 89 Richtung Heidehäuser und B 169 Richtung Ortslage Tiefenau. Das Tiefenauer Rittergut (oben rechts) soll das Herz der Anlage sein. A © Repro: SZ

Gibt es eigentlich einen Plan für den Fall, dass die Finanzierung nicht zustande kommt?

Nein, es gibt keinen Plan B. Ich glaube, für ein Projekt wie Tiefenau ist es die richtige Zeit. Die Leute suchen sichere Anlagen und investieren gern in Immobilien. Die Großstädte sind aber für viele zu teuer geworden und auch zu riskant. Aus der Marktforschung, die wir kennen, leiten wir ab, dass es einen Bedarf nach hochwertigen Ferienhäusern gibt. Auf dem Niveau, das wir anstreben, sind Ferienwohnungen auch für das ganze Jahr gebucht.

Werden sie das denn auch? Viele fragen sich, wieso Touristen gerade nach Tiefenau kommen sollten ...

Ich kann verstehen, dass Leute so denken. Dazu muss man aber sagen: Die Gäste kommen nicht nur wegen der Umgebung. Sie kommen vor allem wegen dem, was das Resort bietet. Das Resort ist eine Welt für sich mit Top-Wellness und -gastronomie, Golfplatz, schöner Natur und Ruhe.

Das suchen viele – auch gerade Firmen, die ihre Leute zu Tagungen schicken. In der Nähe meines Wohnortes in den Niederlanden gibt es eine ähnliche Anlage. Sie heißt Lauswolt und ist immer sehr gut gebucht. Da kann man auch sagen, das liegt mitten im Nirgendwo. Stimmt. Aber: Es funktioniert.

Vor fünf Jahren haben Sie gesagt, dass bis dahin eine Million Euro in die Entwicklung des Projektes geflossen ist. Wie hoch ist der Betrag inzwischen?

Zwischen drei und vier Millionen Euro.

Henry de Jong.
Henry de Jong. © Sebastian Schultz

Wer trägt eigentlich die Kosten?

Es gibt mehrere Investoren, insgesamt etwa zehn bis 15 Leute.

Wie muss man sich das vorstellen?

Man fängt mit einer Idee an. Ich habe diese Idee Geschäftsfreunden im In- und Ausland gezeigt. Die haben gesagt, das ist ambitioniert, kann aber funktionieren. Dann fängt man an, mit eigenem Geld und Einsatz. Dann kommt der Zeitpunkt, an dem man an Freunde und einen Liebhaberkreis herantritt. So baut sich das Ganze aus. Je weiter man kommt, desto attraktiver wird es.

Für Leute mit viel Geld ...

Es sind Unternehmer, die sich beteiligt haben und Liebhaber. Diese Leute haben Geld und keine Angst, so etwas zu machen. Sie verstehen auch, dass so ein Projekt viel Zeit braucht. Diese Leute können die Risiken einschätzen und haben auch die Ruhe, zu verkraften, wenn es schiefgehen würde. Das wird es aber nicht.

Im Gemeinderat haben Ihre Planer gesagt, dass eine Klage gegen den Bebauungsplan möglich ist, etwa durch einen Umweltverband wie den Nabu. Das würde das Projekt um Jahre verzögern. Wie groß ist Ihre Sorge vor so einer Klage?

Sehr klein. Ich möchte auch gern weiterhin mit dem Nabu sprechen. Denn ich sehe es so: Wir schaffen durch den geplanten Golfplatz mehr Natur und Platz für Tiere, wo jetzt noch sehr intensiv Landwirtschaft betrieben wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Nabu klagt, um diesen Status quo zu erhalten.

Geschäftsmann Henry de Jong arbeitet seit rund 15 Jahren an einem Ferienareal in Tiefenau, das rund um das dortige Rittergut angelegt werden und rund 100 neue Arbeitsplätze bringen soll.

Nachdem vor zehn Jahren erste Planungsverfahren angelaufen waren, schien das Großprojekt zum Erliegen gekommen; im Hintergrund liefen aber Planungen und der Grunderwerb weiter.

2016 wurde das Planungsverfahren wieder gestartet. Das Resortprojekt war überarbeitet und u. a. die Zahl der Ferienhäuser von einst 350 drastisch reduziert. Als künftiger Betreiber der Anlage wurde das Unternehmen RIMC vorgestellt.

Ende 2017 verkündete Henry de Jong, das Tiefenauer Rittergut und weitere Flächen mit seiner Firma gekauft zu haben. Danach begannen Aufräumarbeiten.

Im November 2019 beschloss der Wülknitzer Gemeinderat den Bebauungsplan für das Resort. Damit ist das Baurecht für das Großprojekt greifbar

 

 

 

 

Wenn es nächstes Jahr mit dem Bauen losgeht: Wie lange werden Sie bauen?

Ich denke, etwa zwei bis zweieinhalb Jahre. Gewisses Verzögerungspotenzial gibt es beim Golfplatz durch das Wetter und beim Schlossareal wegen der alten Bausubstanz.

Sie sprechen vom Schloss: Wenn es als Hotel wiederaufgebaut würde, hätte Tiefenau ein wiederaufgebautes Stück Barock – so wie Dresden die Frauenkirche ...

Die Frauenkirche hat mich sehr inspiriert, muss ich sagen. Ich habe damals gedacht: Mensch, wenn das funktioniert, dann ist viel möglich. Dresden kenne ich ja noch aus der Vorwendezeit. Dort ist sehr viel Schönes wieder entstanden, und man spürt auch eine Magie und Atmosphäre. Das zieht die Leute an. Ich denke, das wird Tiefenau auf seiner bescheidenen Ebene auch.

Eine neue Abbiegerspur für die B 169?

Gäste, Mitarbeiter und Zulieferer würden Tiefenau mehr Verkehr bringen – der auf neuen Wegen geführt werden soll.

© SZ-Grafik

Tiefenau. Golfspieler, Feriengäste, Service-Personal: Wenn das Ferienresort des niederländischen Unternehmers Henry de Jong in Tiefenau einmal steht, sollen täglich Hunderte Menschen rund um das Gelände unterwegs sein. Allein der Golfplatz soll wochentäglich 70 Besucher haben, an Wochenende und Feiertagen mehr als doppelt so viele.

Bei den Planungen für die Ferienanlage spielt deshalb eine wichtige Rolle, wie diese Menschen künftig mit dem Auto in das Resort hinein- und wieder wegfahren. In den derzeit ausliegenden Resort-Planungen findet sich dazu unter anderem eine 35-seitige Studie. In dieser haben Verkehrsplaner anhand prognostizierter Gästezahlen abgeleitet, wie viel Verkehr künftig bei Tiefenau vermutlich fließt, daraus abgeleitet, wie dieser Strom geführt werden soll.

Bei einer 55-prozentigen Belegung von Hotel und Ferienhäusern gehen die Planer zum Beispiel von 380 Pkw- und vier Lkw-Fahrten pro Tag aus – Liefer- und Personalverkehr inklusive. Beim Golfplatz wird von 95 Pkw-Fahrten täglich von knapp 100 Pkw-Fahrten und einer Lkw-Fahrt ausgegangen.

Die Planer haben in ihrer Studie zwei Erschließungsvarianten für das Resortgelände gegenübergestellt: In der einen wird ein Teil des Verkehrs von der S 89 beziehungsweise von Heidehäuser her über den Heidehäuser Weg in Richtung des Tiefenauer Rittergutsgeländes geführt, wo in Zukunft das „Herz“ des Resorts liegen soll. 

Dafür müsste der erst vor Kurzem von der Gemeinde sanierte Spansberger Weg noch einmal gründlich ausgebaut werden. Geschätzte Kosten: bis zu 540.000 Euro. Ein deutlich größerer Anteil an Fahrzeugen käme aber von der B 169 her.

Das dürfte ein wesentlicher Grund sein, warum die Planer die zweite Erschließungsvariante empfehlen: Die kommt ohne den Ausbau des Heidehäuser Wegs aus. Sämtlicher Erschließungsverkehr würde dann von der B 169 in das Resortgelände geführt. 

Dafür würde nach Vorstellungen der Planer die Bundesstraße in Höhe des Heidehäuser Wegs umgebaut. Demnach soll ein Linksabbieger-Streifen entstehen. Dessen Bau würde nach Schätzungen der Planer nur knapp 50.000 Euro kosten.

Über diese Spur müssten dann auch alle Tiefenauer, die am Spansberger Weg wohnen, künftig langfahren, wenn sie von Lichtensee aus nach Hause wollen. Denn von der B 169 nach links in den Spansberger Weg abzubiegen, soll nach Vorstellung von Henry de Jongs Verkehrsplanern künftig nicht mehr möglich sein. 

Die künftige Verkehrsstärke auf der Bundesstraße würde weder die eine noch die andere Erschließungsvariante maßgeblich beeinflussen: Zwischen Lichtensee und Gröditz sei eine Zunahme von weniger als fünf Prozent gegenüber der Verkehrsprognose angegeben, so die Planer, die sich nach eigenen Angaben auf die Landesverkehrsprognose 2030 und Daten des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr.

Der Bebauungsplan-Entwurf für das Tiefenauer Ferienresort, inklusive aller Unterlagen, liegt noch bis Freitag, 5. Juli, öffentlich in den Gemeindeverwaltungen Wülknitz und Röderaue aus. Auch auf den Webseiten der Gemeinden können die Dokumente heruntergeladen werden.

Als nächstes kommt die Ruine dran

Die Wohnungsbaustelle an der Uferstraße in Kötzschenbroda kommt gut voran. Bis Weihnachten wird noch wesentlich mehr zu sehen sein.

Neben dem Fundament des ruinösen Gebäudes an der Kötitzer Straße wird jetzt die Grube für den künftigen Anbau ausgehoben.
Neben dem Fundament des ruinösen Gebäudes an der Kötitzer Straße wird jetzt die Grube für den künftigen Anbau ausgehoben. © SZ Peter Redlich

Radebeul. Was der Bagger jetzt freilegt, zeigt ein Fundament, wie eben vor 100 und mehr Jahren gebaut wurde. Bruchsteine von der Elbe und den Äckern geholt. Darauf sind Ziegel gemauert und schließlich ein Haus gesetzt, dessen Außenwände solide aus Doppelziegel und die Innenwände immerhin noch zwölf Zentimeter dick aus Stein sind. Das Dach der Ruine im Dreieck an der Kötitzer Straße, Uferstraße in Kötzschenbroda ist weitgehend dicht. Es gibt nur kleinere Wasserschäden im Gebälk. Bauherr Christoph Dross will demnächst den Bauauftrag für Sanierung und Neueinrichtung dieses Gebäudes vergeben.

Unter der Dielung fand Bauhauf-Geschäftsführer Helge Harzdorf eine Sächsische Zeitung von 1965. © SZ Peter Redlic

Rundherum entstehen auf dem insgesamt 5.000 Quadratmeter großen Grundstück schon deutlich sichtbar drei neue Häuser. Im Dezember sollen die ersten beiden Gebäude im Rohbau übergeben werden, sagt Helge Harzdorf, Geschäftsführer der hiermit beauftragten Coswiger Firma Bauhauf. Bis Ende Januar, im April und Mai sollen weitere drei Gebäude folgen.

In den Häusern, so Bauherr Dross, werden insgesamt 30 Wohnungen mit 3.000 Quadratmetern Wohnfläche entstehen. Es sollen vorwiegend Drei-, Vier- und auch einige Fünfraumwohnungen sein. Im alten Gebäude an der Kötitzer Straße wird es auch einige Zweiraumwohnungen geben.

Hier sind Größen zwischen 48 und 60 Quadratmeter geplant. Die Mehrzahl der Wohnungen sind zwischen 68 und 93 Quadratmetern groß. Die größte Wohnung werde 125 Quadratmeter umfassen. Eine Dachgeschosswohnung im Altbau kommt auf 108 Quadratmeter – alle Größenangaben sind mit Terrasse oder Balkon gerechnet. Fast jede Wohnung soll einen, manche werden sogar zwei Balkone haben.

Das Bootshaus nimmt Gestalt an

Nächste Woche ist das Richtfest geplant. Doch es fehlen noch zwei Bauabschnitte.

Ein imposantes Halbtonnendach aus Holzbalken überspannt das neue Bootshaus, welches äußerlich noch im nackten Beton an der Uferstraße aufgebaut wird. © Norbert Millauer

Radebeul. So sicher und solide gibt es kaum ein Bootshaus entlang der Elbe. Das Grundstück und die Gebäude an der Uferstraße und Festwiese gehören der Stadt Radebeul. Nach dem letzten Hochwasser war die Entscheidung im Stadtrat gefallen, dass die Immobilie nicht nur hochwassersicher, sondern auch modernisiert werden soll. Die etwa 200 Sportler, die hier in den Abteilungen Rudern, Kanu und Segeln beim SSV Planeta trainieren, rechtfertigen den Aufwand. Sie haben wiederholt Medaillen bei Deutschen Meisterschaften erkämpft.

Der Neubau am Elberadweg sieht zunächst recht nüchtern aus. Doch in den letzten Wochen nehmen die äußeren Formen Gestalt an. Vor allem weil der zweite Bauabschnitt, das Obergeschoss, im Grunde aufgebaut ist. Zu ebener Erde befindet sich die große, in drei Bereiche geteilte Halle. Den größten, den mittleren Bereich, nutzen die Ruderer. Auf der Ostseite haben die Kanuten ihre Boote in Regalen eingelagert. Auf der Westseite ist die Bootswerkstatt – hier wird gerade ein historischer Wanderruderer abgeschliffen und wieder aufgearbeitet.

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Blaue Tore auf der Südseite lassen sich schnell auf- und zufahren. Nüchterner Beton für die Halle, die bei Hochwasser schnell geräumt und danach mit dem Wasserschlauch wieder gereinigt werden kann. Auch haben die Architekten des Baus, das Radebeuler Büro aT2 von Frank Mehnert und Dirk Georgi, das Gebäude Bau so konstruiert, dass die Bodenplatte mit Ankern sehr fest im Boden steckt und nicht aufgeschwemmt werden kann.

Das neue Bootshaus an der Uferstraße. © Norbert Millauer

Das Obergeschoss besteht grundsätzlich aus einem überdachten Bereich und einer auf der Südseite angelegten offenen Dachfläche. Ein Teil davon wird Terrasse, ein Teil wird von Kies bedecktes Dach. Im geschlossenen Bereich werden die Umkleide- und Sanitärbereiche für Frauen und Männer eingerichtet. Der größte Raum ist für die Kraftgeräte und einen kleinen Gymnastikbereich vorgesehen. Über allem ist bereits ein imposantes Halbtonnendach aus Holzbalken.

Nächste Woche Donnerstag wollen die Vereinssportler vom SSV Planeta das Richtfest für die Handwerker und den Bauherrn, die Stadt, ausrichten. Zum Jahresende soll das neue Gebäude fertig sein. Im Frühjahr wird rund um den Bau die Außenanlage hergerichtet, sagt Radebeuls Zweiter Bürgermeister Winfried Lehmann (CDU), der auch für die Sportanlagen zuständig ist.

Der Bau kostet im Erdgeschoss, der Bootshalle und Werkstatt, rund 1,87 Millionen Euro und wird gefördert, sodass die Stadt nur etwa 300 000 Euro davon aufbringen muss. Für das Obergeschoss gelten andere Förderbedingungen, hier muss die Stadt etwa 70 Prozent der veranschlagten 960 000 Euro bezahlen.

Die gesamte Bootshausanlage mit Grundstück wird allerdings noch einen dritten und vierten Bauabschnitt benötigen. Nummer drei ist die Sanierung des historischen Bootshauses. Der alte, von Rissen befallene Sanitärtrakt soll abgerissen und das historische Gebäude wieder in seiner ehemaligen Schönheit hergerichtet werden. Bauabschnitt vier werden das Außengelände und die Steganlagen sein.

Bürgermeister Lehmann: „Wir haben hier ein Filetstück an der Elbe, welches nicht nur unsere einheimischen Wassersportler reichlich nutzen. Es ist auch ein Anlaufpunkt für viele Touristen, die in Radebeul anlegen.“


Historisches Brunnen-Quartett fast fertig

Im Rosengarten gehen die Arbeiten an den Wasserspielen aufs Ende zu. Die nächste Sanierung ist schon angelaufen. 

Der letzte der vier kleinen Barockbrunnen im Tiefenauer Rosengarten wird derzeit saniert. Am Grottenpavillon (hinten links) wird der Putz saniert. Ist das fertig, soll das Gleiche beim Gärtnerpavillon (hinten rechts) passieren. © Sebastian Schultz

Tiefenau. Es ist fast geschafft: Noch im Juli sollen die Sanierungsarbeiten an den vier Barockbrunnen im Tiefenauer Rosengarten beendet werden. Über Jahrzehnte waren die Wasserspiele aus Sandstein zuvor dem Verfall preisgegeben. Nun stehen sie bald wieder in voller Pracht da – und sollen dann natürlich auch rege sprudeln.

Seit vorigem Jahr und mit Unterbrechung über den Winter werden die Stücke aus dem 18. Jahrhundert repariert. Die Arbeiten übernimmt eine polnische Fachfirma. Den ersten fertigen Brunnen hatte Ritterguts-Besitzer Henry de Jong, der aus dem Tiefenauer Rittergut ein Ferienresort machen will, Gästen beim „Königstag“ Ende April präsentiert.

Inzwischen ist ein weiterer sprudelfähiger Brunnen dazugekommen, sagt de Jongs Mitarbeiter Holger Wolf. Der dritte Springbrunnen sei im Grunde auch fertig. Allerdings gebe es noch Probleme mit der Dichtigkeit des Wasserbeckens. Nach dem Leck werde derzeit noch gesucht, um es zu schließen.

Während die Sanierung des Brunnenquartetts aufs Ende zugeht, sind am benachbarten Grottenpavillon die Arbeiten am Außenputz gestartet. Das Gebäude ist eingerüstet. Bevor es weitergeht, muss aber mit der Denkmalschutzbehörde noch einmal über das Farbkonzept gesprochen werden. 

Wenn die Grottenpavillon-Fassade dann in Ordnung gebracht ist, soll es am benachbarten Gärtnerpavillon weitergehen – dessen Inneres bereits seit Monaten hergerichtet wird. Künftig will dort Henry de Jong Quartier beziehen.

Für die Veränderungen im Tiefenauer Rittergut interessieren sich laut Objektmanager Holger Wolf auch viele Gäste, die das Gelände besuchen. Doch je nach Wochentag und Tageszeit kann es sein, dass die Schaulustigen am Rosengarten vor verschlossener Tür stehen. Es gebe deshalb schon Überlegungen, feste Öffnungszeiten einzuführen und diese über Schilder auszuweisen, so der Objektmanager. 

Dazu müssten aber noch Details geklärt werden, etwa die Frage der Wochenend-Öffnungen. Grundsätzlich solle das Gelände für die Öffentlichkeit zugänglich sein und bleiben. 

Solange aber die Bauarbeiten auf dem Areal laufen – und das werde noch eine Weile so sein – führt an zeitweisen Schließungen kein Weg vorbei. Neben den Arbeiten an den Pavillons soll nächstes Jahr die Sanierung des großen, zentralen Springbrunnens folgen.

Bis dahin könnte sich im Zusammenhang mit dem von Henry de Jong geplanten Ferienresort einiges ergeben: Vor zwei Wochen ist die öffentliche Auslegung des Bebauungsplan-Entwurfs für das künftige Ferienresort zu Ende gegangen. Bürger und Behörden waren aufgefordert worden, sich zu dem Projekt zu positionieren. 

Wie viele Stellungnahmen eingegangen sind und wann diese im Wülknitzer Gemeinderat besprochen werden, war auf Anfrage bei der Gemeinde vorerst nicht zu erfahren. Klar ist jedoch: Je weniger Einwände Bürger, Behörden und Verbände erheben, desto einfacher hat es das Projekt, Baurecht zu bekommen. Womit auch die Chancen auf eine Realisierung des groß angelegten Ferien-Areal-Projektes steigen. Die Sanierung von Brunnen und Pavillons im Rosengarten wäre dann erst der Anfang gewesen.