Müller-Miklaw-Nickel Ingenieurgesellschaft

Sächsische Zeitung - Riesa vom 03.04.2019, S. 14 / Lokales
Diesbar-Seußlitz
Alles neu an der Fähre
Der Weg zur Fährstelle in Diesbar-Seußlitz ist holprig. Das soll sich ändern - aus einem bestimmten Grund.
Der Weg zur Fähre in Diesbar-Seußlitz ist eine holprige Angelegenheit. Links und rechts zwei heruntergetretene
Schotterstreifen, in der Mitte unterschiedlich große hellbraune und graue Pflastersteine. An den Seiten fällt der Weg ein wenig
ab, eben ist er schon lange nicht mehr. Zwischen den Steinen wachsen hin und wieder Grasbüschel. Selbst Fahrradfahrer
erleben auf dem Weg zur Fähre, dass ihre Taschen am Gepäckträger springen. Für Rollstühle und Rollatoren ist der Weg eine
Zumutung. Doch das soll sich noch dieses Jahr ändern.
Die Gemeinde Diera-Zehren hat bereits vor Monaten das Unternehmen Strabag damit beauftragt, den Weg vom Elbdamm bis
zur Fähre zu erneuern. Denn nicht Nünchritz, sondern die Gemeinde Diera-Zehren ist für die Sanierung verantwortlich. Das
liegt daran, dass Diera-Zehren die Fähre, die zwischen Niederlommatzsch und Diesbar-Seußlitz verkehrt, verantwortet. Die
Gemeinde Nünchritz ist deshalb nur an den Kosten beteiligt.
Die Neigung bleibt ein Problem Laut dem Nünchritzer Bauamtsleiter Uwe Riedel gehe es bei dem nun anstehenden Vorhaben
darum, die Zuwegungen zur Fähre auf beiden Seiten, also sowohl in Niederlommatzsch als auch in Diesbar-Seußlitz, zu
verbessern. Das erklärte Riedel in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Von dem Umbau sollen beispielsweise Rollstuhlfahrer
profitieren. Ob der neue Weg am Ende aber nach allen gesetzlichen Normen als behindertengerecht gelten kann, bezweifelt
Uwe Riedel. Besonders die Neigung, die der Weg zum Wasser nun einmal habe, gebe das wahrscheinlich nicht her. "Die
Situation wird aber wesentlich verbessert", so Riedel.
Im Moment ist es holpriges Kopfsteinpflaster, das den Weg hinunter zur Fähre führt. Künftig soll der Weg aus mehreren
Elementen bestehen. Geplant sind zwei Streifen aus Beton, die als Fahrspuren für Rollstühle, Fahrräder und Rollatoren
dienen sollen. Dazwischen wird wieder Pflaster verwendet, laut Uwe Riedel aber solches, das wesentlich glatter ist als das
bisherige. Links und rechts soll der Weg durch Steinschüttungen abgegrenzt werden.
Doch bisher ist von der Erneuerung noch nicht so viel zu sehen, wie sich mancher erhofft hatte. Die Gemeinde Diera-Zehren
hatte bereits im Februar angekündigt, dass der Bau an der Fährstelle in Seußlitz beginnen soll. Anwohner hatten anschließend
auch immer mal wieder Arbeiter vor Ort gesehen. Doch aufgrund des zuletzt hohen Wasserstandes der Elbe mussten die
Arbeiten hin und wieder pausieren.
Dass das passieren könne, sei aber für alle Beteiligten keine Überraschung, betont der Nünchritzer Bauamtsleiter. "Es wurde
von Anfang an gesagt, dass der Bau wasserstandsabhängig ist", so Uwe Riedel. Seines Wissens nach hat die Strabag noch
bis Ende Mai Zeit, die Erneuerung durchzuführen.
Fähre könnte stillliegen Bei der Baumaßnahme sollen auch gleich kleinere Details an der Fährstelle verbessert werden. Bisher
lag beispielsweise ein Kabel den Weg zur Fähre hinunter, um eine Lampe zu betreiben. Dieses Kabel soll künftig direkt am
Mast aufgehangen und somit in die Luft verlagert werden. So ist laut Uwe Riedel gewährleistet, dass das Kabel bei
Hochwasser in Sicherheit hängt.
Für den Nünchritzer Bürgermeister Gerd Barthold (CDU) ist das Vorhaben ein wichtiger Schritt, um Anwohnern und Touristen
auch künftig einen funktionierenden Fährbetrieb bieten zu können. "Wenn direkt an der Fährstelle gebaut wird, kann es aber
auch passieren, dass die Fähre eine Weile stillliegen muss", so Barthold.
Bildunterschrift:
Noch liegt die Fährstelle in Diesbar-Seußlitz an Land und der Weg hinunter ist ein holpriger. Doch schon in wenigen Monaten
sollen Anwohner und Touristen hier deutlich modernere Bedingungen vorfinden. Der hohe Wasserstand verhinderte bisher
aber den Beginn der Bauarbeiten. Die Fähre (kleines Bild, 2015) ist deshalb derzeit noch nicht unterwegs. Fotos: S. Schultz,
E. Weser
Von Kevin Schwarzbach

Blick aus Richtung Westen: Die Visualisierung zeigt, wie sich die künftige Gebäudefront auf dem Glasinvest-Areal ab dem kleinen Platz Ecke Hauptstraße entlang der Meißner Straße erstreckt.
Blick aus Richtung Westen: Die Visualisierung zeigt, wie sich die künftige Gebäudefront auf dem Glasinvest-Areal ab dem kleinen Platz Ecke Hauptstraße entlang der Meißner Straße erstreckt.
 
Radebeul

Wo einst das Glasinvest-Hochhaus stand, klafft seit nunmehr fast zwei Jahren eine städtebauliche Wunde. Seit die Abrissbagger nach dem Abbruch des DDR-Baus aus den 1970er Jahren von dem Areal abgezogen wurden, ist auf der nun entstandenen Brache an der Meißner Straße in bester Lage in Radebeul-Ost nichts weiter passiert. Eine Investorengemeinschaft wollte dort einen Wohnpark errichten. Das Vorhaben kam jedoch ins Stocken, als einer der drei Partner abgesprungen war.

Doch nun gibt es neue Bewegung. Anfang kommenden Jahres beginne die frühzeitige Bürgerbeteiligung im Rahmen eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanverfahrens. Die Planunterlagen liegen dazu ab Anfang Januar für vier Wochen im Radebeuler Rathaus aus, kündigt Peter Heil an. Der Geschäftsführer der Sächsischen Wohnimmobilien GmbH (SWG) möchte weiterhin das Projekt mit der Wohnungsgenossenschaft Lößnitz (WGL) stemmen. Er übernimmt daher auch den Part von „Hentschke Bau“. Das Bautzener Bauunternehmen hat die Investorengemeinschaft im November vor einem Jahr verlassen.

 
 

Die WGL möchte weiterhin ein mehrgeschossiges Wohnhaus an der Ecke Meißner-/Freiligrathstraße mit einer eigenen Tiefgarage und rund 30 Wohnungen bauen. „An ihren Plänen hat sich nichts geändert“, so Heil. Seine SWG dagegen wird nun an diesen Mehrgeschosser in Richtung Westen anbauen. Haus B nennt sich diese Erweiterung. So entsteht eine geschlossene Gebäudefront entlang der Meißner Straße bis zum Haltestellenbereich der Straßenbahn. Etwas versetzt kommt an der Ecke zur Hauptstraße ein weiterer mehrgeschossiger Bau hinzu, Haus A genannt.

Durch die versetzte Anordnung wird es an der Hauptstraße künftig einen kleinen Platz geben. Dort sind im Erdgeschoss von Haus A und B ein Drogeriemarkt, Bäcker, Bistro, Frisör und eventuell weitere Geschäfte zu finden. Deren Eingangs- und Schaufensterbereiche werden zur Meißner Straße hin wie eine Arkade gestaltet. Darüber befinden sich zwei Oberschosse sowie ein mit Wohnungen ausgebautes Dachgeschoss. Hinter den Gebäuden an der Meißner Straße lässt die SWG mehrere Stadtvillen in lockerer Anordnung errichten. Durch die Häuser A und B seien sie schallgeschützt. Außerdem wird in dem kleinen neuen Viertel alles fußläufig erreichbar sein. Denn den Autoverkehr möchte Heil aus dem Wohnpark verbannen. Auch er lässt eine Tiefgarage mit rund 130 Stellplätzen und der Ein- und Ausfahrt zur Hauptstraße bauen.

 

Um die 124 Wohnungen sind auf seiner Teilfläche des Glasinvest-Areals geplant. Allein in den Häusern A und B wird die Volkssolidarität Elbtalkreis-Meißen 62 Wohnungen betreiben. „Sie sind alle barrierefrei und über einen Aufzug erreichbar“, informiert Heil. Zur Meißner Straße hin bekommen sie verglaste und schallgeschützte Wintergärten. Auf der Rückseite wird es im Erdgeschoss eine Begegnungsstätte der Volkssolidarität geben. Den ursprünglichen Plan von „Hentschke Bau“, in dem Haus an der Meißner Straße auch ein Pflegeheim unterzubringen, verfolgt Heil nicht.

Die gleiche Anzahl an Wohnungen wie in den Häusern A und B sehen seine Pläne auch in den Stadtvillen vor. „Sie bekommen alle Balkone Richtung Süden und es wird sich bei allen um Mietwohnungen handeln“, berichtet er. Rund 30 Millionen Euro wird die SWG in die Realisierung ihres Projektanteils investieren.

Im weiteren Bebauungsplanverfahren ist das Ziel, dass der Stadtrat noch vor der Sommerpause 2019, den Satzungsbeschluss trifft. „Dann können wir im Spätsommer mit den Aushubarbeiten beginnen und mit Hochdruck die Rohbauarbeiten angehen“, sagt Heil. Rund zwei Jahre Bauzeit sind veranschlagt. Mitte 2021 möchte er seine Häuser fertiggestellt haben. Ein halbes Jahr später wird die WGL mit der Fertigstellung ihres Gebäudeteiles folgen.

Investor Heil bringt im Zuge der Bauarbeiten auch die Hauptstraße zwischen Meißner und Goethestraße auf Vordermann. Zum grundhaften Ausbau gehört der Bau neuer Gehwege sowie von zehn Kurzzeitparkplätzen für Kunden des Drogeriemarktes und der anderen Geschäfte.

Von Silvio Kuhnert

Stromtrasse beeinflusst Resort-Planungen

Die roten Streifen markieren den Weg der Stromtrasse. © Planungsbüro Aichele

Hochspannungsleitungen kreuzen des Gelände des künftigen Erholungsortes. Das könnte für Probleme sorgen.

Tiefenau. Sie sind eine der wichtigsten Infrastrukturen für die Gegend: die 380-Kilovolt-Hochspannungsleitungen, die vom Umspannwerk Streumen weiter nördlich nach Brandenburg in Richtung des Umspannwerks Ragow verlaufen. Auf dem Weg dorthin kreuzt die Stromtrasse südwestlich von Tiefenau auch die Flächen des dort geplanten Ferienresorts. Ein Umstand, der durchaus Folgen für die Planung der Ferienanlage hat. Denn das elektrische Feld rund um Hochspannungsleitungen ist teils so stark, dass Menschen davon beeinträchtigt werden können.

Bei der Planung des Resorts musste deshalb von Gutachtern untersucht werden, ob die gesetzlich geregelten Grenzwerte im Bereich der künftigen Ferienanlage eingehalten werden. Was nicht immer gegeben ist. „Für kleine Teilflächen im unmittelbaren Leitungsbereich liegen Grenzwertüberschreitungen für das elektrische Feld vor“, heißt es in einer aktuellen Beschreibung des Resortprojekts, die die Firma von Projektentwickler Henry de Jong dem Gemeinderat vorgelegt hat. Der aktuelle Entwurf für den Ferienkomplex mit Golfplatz sieht deshalb vor, dass sich in einem etwa 35 Meter breiten Bereich jenseits der Leitungen keine Gebäude befinden.

Startschuss

Starts für das neue Wohngebiet. © Claudia Hübschmann

In der Siedlung Am Stadtblick rollen bald die Bagger. Fast alle Grundstücke sind verkauft. Viele Käufer kommen von außerhalb.

Meißen. Uwe Reuschel hat es immer schon gewusst. Irgendwann werden auf der Ackerfläche Am Stadtblick Eigenheime gebaut. „Ich komme fast jeden Tag an dem Grundstück vorbei und habe bereits seit Jahren ein klares Bild vor Augen, wie es dort einmal aussehen könnte“, sagt Reuschel. Konkret seien dies gemütliche Eigenheime mit idyllischen Blütengärten gewesen, berichtet der Bauunternehmer.

Am Mittwoch ist er diesem Ziel ein Stück näher gekommen. In Anwesenheit von Meißens Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos) fiel der Startschuss für die Bauarbeiten. Zuvor war das Gebiet seit Juni dieses Jahres erschlossen worden. Es erstreckt sich über 1,66 Hektar und bietet Platz für 16 Grundstücke, die jeweils 800 Quadratmeter groß sind. „Ein Teil des Geländes hat mir schon gehört. Zwei Drittel habe ich noch hinzugekauft“, sagt Reuschel. Mit seiner Firma Reuschel Haus & Grund GmbH habe er die Grundstücke nun an Interessenten verkauft. Auf der Hälfte davon baue er für die Familien auch die Häuser, sagt der 56-Jährige.

Dass es dafür Interesse gibt, zeigt die Nachfrage. Von 16 Grundstücken ist nur noch eins zu haben. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis liegt bei 129 Euro. „Meißen wird circa 40 bis 50 neue Einwohner bekommen. Diese kommen beispielsweise aus Dresden und Radebeul. Außerdem sind auch welche aus Würzburg und aus Grainau an der Zugspitze mit dabei“, sagt Reuschel.

Über Letzteres freut sich Meißens Oberbürgermeister Olaf Raschke ganz besonders. „Wir sind mit der Gemeinde freundschaftlich verbunden. Unter anderem wurden dort Spenden für die St. Afra-Turnhalle gesammelt, als diese vom Wasser geschädigt war.“ Abgesehen davon begrüßte er es ebenfalls, dass sich die Menschen für Meißen entscheiden.

„Die Nachfrage ist unvermindert hoch. Auch auf dem Baufeld 14 in der Niederauer Straße gibt es nur noch ein freies Grundstück. Der Hauptgrund ist sicherlich, dass wir im Gegensatz zu Dresden oder Radebeul noch erträgliche Preise haben und die Infrastruktur mit Einkaufsmöglichkeiten, Nahverkehr und Kitas gut ausgebaut ist“, sagt Raschke, den auch persönliche Erinnerungen mit dem Areal verbinden, insbesondere mit der im Osten angrenzenden 40 Eigenheime umfassenden Siedlung, die in den 1980er-Jahren entstanden ist.

Weil Raschke die Menschen vor Ort gut kennt, weiß er, dass es wegen des neuen Eigenheimgebiets Unmut gegeben hat. „Im Laufe der Jahre hat sich eine Art Gewohnheitsrecht herausgebildet.“ So hätten die Menschen beispielsweise Grillecken angelegt und sich darauf eingerichtet, dass die Straßen dauerhaft Sackgassen blieben. „Es war aber immer klar, dass das Gebiet eines Tages erweitert wird“, sagt Raschke.

Uwe Reuschel, der sich auf die entsprechenden Planungen aus den 1970er-Jahren gestützt hat, ergänzt: „Für die Alteingesessenen gibt es durch die Erweiterung einige Vorteile. Sie können jetzt von zwei Seiten an ihr Grundstück heranfahren und bekommen zudem eine Gasleitung und eine neue Wasserleitung“, sagt Reuschel, der sich bei der Stadt für die schnelle Erschließung des neuen Geländes bedankte.