Müller-Miklaw-Nickel Ingenieurgesellschaft
Sächsische Zeitung
Dienstag, 04.09.2018

Wilsdruffs neue Hightech-Fabrik

Der Pharma-Konzern B. Braun hat 100 Millionen Euro investiert. Davon profitieren vor allem ältere Bürger.

Von Maik Brückner

 

Wilsdruff. Dominique Celmen steht vor einer Fensterscheibe. Durch die haben der Werksleiter und jeder Besucher einen guten Blick in eine noch ziemlich leere Fertigungshalle. Neun Spritzgussautomaten stehen hier. Sie fertigen aus pulverförmigen Kunststoff verschiedene Plasteteile. Dazwischen laufen einige Mitarbeiter. Bekleidet sind sie mit Helmen, Mundmasken und Schutzanzügen. „Wir arbeiten unter Reinraumbedingungen“, erklärt Werksleiter Celmen. Eine aufwendige Technik, die sich in der obersten Etage der Halle befindet, sorgt dafür. Sie hält die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit und den Druck konstant.

Die Fertigungshalle ist der Kern einer der modernsten Fabriken Deutschlands. Diese steht im Wilsdruffer Gewerbegebiet Hühndorfer Höhe und gehört zum hessischen Pharma- und Medizinbedarfs-Konzern B. Braun Melsungen. Der hat hier mehr als 100 Millionen Euro investiert und die Fabrik nach zweihalb Jahren Bauzeit am Dienstag offiziell in Betrieb genommen. Zur Eröffnung konnte Werksleiter Celmen Konzernchef Ludwig Georg Braun, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (beide CDU) begrüßen. Die beiden Politiker lobten das Engagement des Familienbetriebes. „Diese Investition ist ein klares Bekenntnis für den Standort Deutschland, für Sachsen und Wilsdruff“, so Spahn. B. Braun leiste einen wichtigen Beitrag zur qualitativ hochwertigen medizinischen Versorgung nierenkranker Menschen. Kretschmar lobte, dass hier 140 neue Arbeitsplätze entstanden sind.

In dem neuen Wilsdruffer Werk werden Dialysatoren hergestellt. Diese sind das Herzstück von Dialyseapparaten. An diese müssen sich regelmäßig rund 100 000 nierenkranke Deutsche anschließen. Das sind vor allem ältere Menschen, die an Diabetes und Bluthockdruck leiden. Mit den Apparaten unterziehen sie sich drei- bis viermal in der Woche einer Blutwäsche. In den Dialysatoren, die etwa 25 Zentimeter lang sind, werden dem Blut Schadstoffe entzogen. Das ist eine Funktion, die die Nieren der Patienten nicht mehr vollständig erfüllen können.

Mit zunehmendem Wohlstand steigt auch die Zahl der Nierenkranken, und das nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Deshalb nimmt auch die Nachfrage nach diesen Patronen kontinuierlich zu. Jeder Dialysepatient benötigt im Jahr rund 150 Dialysatoren. Um diesen Bedarf auch in der Zukunft decken zu können, hat B. Braun das Werk in Wilsdruff errichtet. Nach Unternehmensangaben handelt es sich um Europas modernstes Dialysatorenwerk. Pro Sekunde geht hier ein Dialysator vom Band. „Eine solche Patrone verlängert das Leben eines Nierenkranken im Schnitt um drei Tage“, erklärt Werksleiter Celmen.

Obwohl die offizielle Eröffnung erst am Dienstag erfolgte, läuft die Produktion bereits seit dem Frühjahr, erklärte Vorstandsmitglied Markus Strotmann. Inzwischen habe sich die Belegschaft gut eingearbeitet. Viele der Mitarbeiter sind Mechatroniker, Kunststoffverfahrenstechnologen und Industriemechaniker. Diese haben zuvor in der Halbleiter- und Solarindustrie gearbeitet und wurden in den beiden anderen sächsischen Werken des Konzerns eingearbeitet. Denn nach der Übernahme einer Produktionsstätte in Radeberg und eines Zulieferers in Berggießhübel ist B. Braun seit 2004 im Freistaat Sachsen aktiv. Anders als an diesen beiden Standorten produzieren die Nordhessen in Wilsdruff alle Teile der Dialysatoren selbst. Und unter einem Dach. Das sei das Besondere an dieser Fabrik, sagt Strotmann. „Hier steckt sehr viel Computertechnologie drin“, sagt er. Aber auch sehr viel Know-how. Um sich vor Industriespionage zu schützen, gilt für die Montage und die Fertigung der Kapillare ein Film- und Fotografierverbot.

Im Wilsdruffer Werk sollen laut Plan jährlich 13 Millionen Dialysatoren hergestellt werden. In der 143 mal 62 Meter große Produktionshalle ist noch Platz für weitere Maschinen, sagt Celmen.

Wilsdruffs Bürgermeister Ralf Rother (CDU) wünscht sich, dass sich die noch freien Flächen in der Halle bald füllen. Denn die Stadt hat vorgesorgt. Gleich nebenan gibt es noch Erweiterungsflächen.

Sächsische Zeitung
Dienstag, 03.07.2018

Baustart nach langer Ungewissheit

Neben einer Ackerfläche an der Querallee werden 16 Grundstücke erschlossen. Archäologische Funde beweisen eine frühere Besiedlung.

Von Marcus Herrmann

 

Die Arbeiten am Baugebiet „Am Stadtblick“ haben begonnen. Nach der Erschließung dürften die ersten Häuser noch in diesem Jahr in die Höhe wachsen.
Die Arbeiten am Baugebiet „Am Stadtblick“ haben begonnen. Nach der Erschließung dürften die ersten Häuser noch in diesem Jahr in die Höhe wachsen.

© Claudia Hübschmann

Meißen. Viel ist um die Bebauung mit Reihenhäusern für das Wohnquartier „Am Stadtblick“ diskutiert und gerungen wurden. In mehreren Sitzungen des Bauausschusses oder des Stadtrates wurde der Ursprungsplan mehrmals verworfen, wurden Bedenken von Anwohnern angehört, konnten diese teilweise zerstreut werden.

Bereits vor knapp zwei Jahren hatte der Stadtrat einen Entwurf für einen Bebauungsplan angenommen. „Bei der Entwicklung des Baugebietes sind aber insgesamt über drei Jahre mit Planen, Verhandeln und vor allem geduldigen Abwarten vergangen“, erinnert sich der Geschäftsführer des Krögiser Unternehmens Reuschel Bau, Uwe Reuschel. Die für den Neubau von 16 Reihenhäusern gegründete Reuschel Haus und Grund GmbH ist der Investor am Meißner Stadtrand.

Ende Juni konnte nun die feierliche Grundsteinlegung mit dem symbolischen Startschuss für die Erschließungsarbeiten erfolgen, zeigt sich Reuschel erfreut.

Der Weg dahin sei indes nicht leicht gewesen. Zwar klappte es mit dem Spatenstich schon vor über einem Jahr im Rahmen archäologischer Untersuchungen. Jedoch waren die Anwohner an der Querallee zunächst nicht mit der fehlenden Wendemöglichkeit am Ende der neuen Stichstraße einverstanden, fehlten in den Bauzeichnungen außerdem öffentliche Stellplätze im Norden des Wohngebietes. Diese Forderungen wurden – wie auch eine zusätzliche Baumreihe – später berücksichtigt.

Anfang 2017 traten jedoch erneut Bedenken an die Öffentlichkeit. Weil die Eigenheime auf einem landwirtschaftlich genutzten Areal entstehen sollen, gab es Zweifel hinsichtlich der Sinnhaftigkeit, dem Bau der maximal eineinhalbgeschossigen Häuser zuzustimmen. Außerdem konnten Fragen zur richtigen Schmutzwasserentsorgung erst mit zeitlicher Verzögerung geklärt werden. Letztlich musste der Flächennutzungsplan für das Baugebiet an der Wilsdruffer Straße geändert werden.

Was lange währt, wird gut, findet Uwe Reuschel, den mit dem Quartier mehr verbindet, als geschäftliches Interesse. „Mein Großvater Karl Reuschel hat bis vor etwa 70 Jahren mit Pferd und Pflug das Feld bestellt. Mein Vater Christian Reuschel zog hier bis vor etwa 45 Jahren mit Traktor und Pflug die Ackerfurche“, erinnert sich Uwe Reuschel.

Er selbst sei zwar kein Bauer geworden, aber von der Idee überzeugt, für das attraktive Wohnen mit Häusern samt blühenden Gärten die nötigen Voraussetzungen schaffen zu können. Dass auf dem jetzt zu bebauenden Flurstück schon früher Leute gelebt hatten, hätten die archäologischen Untersuchungen bestätigt. „Dabei wurden Keramikscherben gefunden, anhand derer eine frühe Besiedlung von mindestens 1000 Jahren vor Christus ermittelt wurde.

Das ist ein deutliches Indiz, dass schon unsere Vorfahren diesen Flecken Erde als angenehmen Lebensraum betrachteten“, sagt der Bauherr und sieht die Berechtigung seines Vorhabens bestätigt. Für die Stadt Meißen biete sich mit der Bereitstellung der Baugrundstücke eine weitere Chance, überwiegend junge Einwohner anzulocken. Passend dazu teilt Reuschel mit: „Die Käufer der bisher vergebenen 50 Prozent der 16 Grundstücke kommen neben Meißen aus den umliegenden Städten, zum Beispiel aus Freital, Radebeul und Dresden.“

Ein entscheidendes Argument für das Baugebiet und dessen abschließende Genehmigung vergisst der Geschäftsführer dabei nicht zu erwähnen. „Es hat bereits in den 1970er-Jahren Baupläne dafür gegeben, die wiederentdeckt wurden. Schon diese hatten für das Wohngebiet Stadtblick vorgesehen, einen weiteren Bauabschnitt zu komplettieren. In etwa so, wie wir das jetzt verwirklichen.“ Nichtsdestotrotz werden die Anwohner den Fortschritt des Projektes sehr genau beobachten.

Sächsische Zeitung
Mittwoch, 13.06.2018

Freie Fahrt auf Hühndorfer Höhe

In dieser Woche werden die Straßenbauarbeiten auf der Straße in Wilsdruff abgeschlossen. Dann sind nur noch Restarbeiten zu erledigen.

 
Es sind nur noch Restarbeiten nötig, wie das Aufbringen der Fahrbahnmarkierung.
Es sind nur noch Restarbeiten nötig, wie das Aufbringen der Fahrbahnmarkierung.

© Symbolfoto: Dirk Zschiedrich

Wilsdruff. Wie die Stadt Wilsdruff mitteilt, werden die Straßenbauarbeiten auf der Hühndorfer Höhe in diesen Tagen abgeschlossen. Nach der Verlegung der Abwasserdruckleitung nach Dresden wurde der Asphalt komplett erneuert. Dies war notwendig, weil bei den Arbeiten Schäden an den Binde-, Trag- und Deckschichten festgestellt wurden. Aufgrund der Bauarbeiten an der Nebenstraße, sei es insbesondere am ersten Juni-Wochenende zu schweren Verkehrsbehinderungen gekommen. Die betrafen weniger die Wilsdruffer Einwohner als die ansässigen Firmen. Die Unternehmen arbeiten auch am Wochenende im Schichtsystem. Dem entsprechend musste der Lieferverkehr aufrechterhalten werden. Die Firma Wackler duldete für mehrere Tage eine Umleitung, die über ihr Firmengelände führte. Ohne dieses Entgegenkommen, wären die Arbeiten an der Straße nicht möglich gewesen, so die Stadt. In den kommenden Tagen sollen nun noch einige Restarbeiten durchgeführt werden. So müssen noch die Schachtdeckel eingesetzt und die Bankette eingebaut werden. Im Anschluss folgt die Angleichung der Einfahrten und das Aufbringen der Fahrbahnmarkierungen. (hhe)

Sächsische Zeitung 24.05.2018
Donnerstag, 24.05.2018

Buddeln im neuen Wohngebiet

Am Heideblick in Großenhain sind die Bäume weg und die Bagger da. Bis Herbst soll die Erschließung erfolgen.

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

 

Die Melioration Meißen arbeitet im künftigen Eigenheimstandort.
Die Melioration Meißen arbeitet im künftigen Eigenheimstandort.

© Kristin Richter

Großenhain. Die Meißner Melioration arbeit derzeit auf dem Gelände des künftigen Wohnstandortes Heideblick. Eine Bautafel an der Wildenhainer Straße informiert über das Vorhaben. Wo einst Bäume standen, wird nun der Boden gleichgezogen, damit auch Schmutzwasser- und Trinkwasserleitung in die Erde können. Bis Herbst wird diese Erschließung erfolgen, so der Bauleiter vor Ort. Ab nächster Woche soll die große Wasserleitung vom Wasserwerk an der Wildenhainer Straße auf den Kupferberg noch umverlegt werden. Die Kosten dieser Umverlegung teilen sich die Wasserversorgung und der Investor Lehmann Immobilien aus Meißen. Viele der 21 Grundstücke hat Lehmann Immobilien bereits verkauft. Sieben Parzellen sind noch verfügbar. Die Grundstücke sind 440 bis über 1000 Quadratmeter groß.

Für den 23. August ist ein Tag der offenen Baustelle angekündigt. Dann können Besucher das künftige Wohngebiet Heideblick besichtigen. Es hat seinen Namen behalten, obwohl im Stadtrat andere Namensvorschläge wie „Heideexer“ oder „Am Exerzierplatz“ diskutiert worden waren.

Sächsische Zeitung
Montag, 14.05.2018

19 Millionen Euro für den Hochwasserschutz

192 Schäden durch Hochwasser und Starkregen – seit fünf Jahren arbeitet die Gemeinde an der Beseitigung.

Von Udo Lemke

 

© Symbolbild/dpa

Rothschönberg. Dieter Schneider hat drei rote Kringel in das Kartenblatt, das den Ortsteil Rothschönberg zeigt, eingetragen. Damit sind drei der 192 Baumaßnahmen zur Beseitigung von Schäden durch das Hochwasser 2013 und den Starkregen 2014 markiert. Die Brücke des Wanderwegs über den Tännichtbach muss neu gebaut werden, das heißt, dass neue Widerlager, wo die eigentliche Brücke aufliegt, gebaut werden müssen, und die Bachufer müssen repariert werden. Diese Tiefbauarbeiten erledigt die Firma von Uwe Riße aus Sora für rund 35 000 Euro.

Die eigentliche Brückenkonstruktion baut die Metallbaufirma von Uwe Krause in Tanneberg für gut 15 000 Euro. Erfreulich ist, dass die zweite Baumaßnahme einen Bach wieder zurück ans Licht holt. Gemeint ist der Mahlitzscher Bach zwischen S 83 Tännichtstraße und seiner Einmündung in den Tännichtbach.

„Der Bach ist verrohrt, ein Teil der Rohre aber zerstört“, so Dieter Schneider. Der Bach wird auf einer Länge von etwa 200 Metern wieder naturnah hergestellt. Die Firma Teichmann Bau GmbH aus Wilsdruff wird die Arbeiten für 148 000 Euro erledigen. Man sei hier geradeso um ein umfangreiches Planfeststellungsverfahren herumgekommen, erklärt der Bauamtschef. Wenn schon die Landeigentümer einverstanden seien, dass der Bach wieder hergestellt wird, warum müsse es dann so einen bürokratischen Aufwand geben, fragt er. „Das ist alles Zeit, die uns woanders fehlt.“
Der dritte rote Kringel auf der Landkarte bezeichnet die Reparatur einer Anliegerstraße von der Tännichtbachstraße entlang des Däumlichbachs in Rothschönberg und die Sanierung des Bachlaufs. Die Firma Weber Bau GmbH aus Großenhain wird das zum Bruttopreis von rund 113 000 Euro erledigen.

Das Erfreuliche an all den Baumaßnahmen ist, dass sie der Freistaat Sachsen zu 100 Prozent bezahlt. Sie summieren sich im Gemeindegebiet von Klipphausen mit seinen 43 Ortsteilen auf rund 19 Millionen Euro. Bislang ist etwa ein Drittel dieser Summe abgearbeitet.

Das Unerfreuliche an der Finanzierung der Schadensbeseitigung besteht darin, dass sich der Freistaat dafür von der Gemeinde Klipphausen Kredite geben lässt. Denn erst, wenn die einzelnen Baumaßnahmen abgerechnet sind, erhält die Gemeinde ihr vorgeschossenes Geld zurück. „Derzeit liegen wir mit etwa einer Million Euro in Vorleistung“, so Dieter Schneider. Während die Gemeinde von der Sächsischen Aufbaubank relativ schnell ihre Rechnungen bezahlt bekommt, lässt sich das Landesamt für Straßenbau als zweiter Kreditausreicher Zeit.

Der Gemeinderat hat nicht nur die drei Hochwassermaßnahmen in Rothschönberg bewilligt, sondern noch sechs weitere. So soll auch im Ortsteil Miltitz wieder ein Gewässer freigelegt werden. Die Firma Melioration GmbH aus Meißen wird ein etwa 100 Meter langes Teilstück zum Bruttopreis von 38 000 Euro wieder ans Licht holen. Alle Radfahrer dürfte der Beschluss des Gemeinderates, Aufträge zum Neubau der Brücke über die Wilde Sau, kurz vor ihrer Einmündung in die Elbe in Gauernitz freuen. Unmittelbar am Elbschlösschen soll das Bauwerk entstehen.