Müller-Miklaw-Nickel Ingenieurgesellschaft

Still ruht der Alte See

Die ökologische Sanierung des beliebten Anglerteichs ist unterbrochen worden. Ein neues Konzept muss her.

Der Alte See am Glaubitzer Wald soll entschlammt werden. Doch zurzeit ist das unmöglich.
Der Alte See am Glaubitzer Wald soll entschlammt werden. Doch zurzeit ist das unmöglich. © Jörg Richter

Glaubitz. Was Ende Januar noch für wahrscheinlich gehalten wurde, wird jetzt zur Gewissheit. Die ökologische Sanierung des Alten Sees am Rande des Glaubitzer Waldes dauert länger. Dafür waren ursprünglich drei Monate vorgesehen. Und teurer wird es womöglich auch.

 

Die Arbeiten sind vor Wochen ins Stocken geraten. Bereits im Februar hatte die Grund- & Wasserbaugesellschaft mbH aus Boxdorf zwei Bagger und zwei Kettendumper wieder abgeholt. Im März folgten auch die beiden Baucontainer. Nur ein Kettenbagger harrt seitdem am Feldweg, der zur Schießanlage des BSV Nünchritz-Glaubitz führt, aus.

Dabei waren die Wasserbauspezialisten aus Boxdorf und der auftraggebende Anglerverband "Elbflorenz" Dresden, der den Alten See bewirtschaftet, zu Jahresbeginn noch optimistisch. Das Wetter spielte mit. Es war kalt und der Boden nicht aufgeweicht. Der Zschaitenbach führte nur wenig Wasser, so dass davon kaum etwas in den See lief. Die Wassermengen waren so gering, dass sie ohne Probleme abgepumpt werden konnten.

Der Zschaitenbach bei Nünchritz ist voll Wasser, das in den Alten See drängt und das Trockenlegen des Teichs unmöglich macht.
Der Zschaitenbach bei Nünchritz ist voll Wasser, das in den Alten See drängt und das Trockenlegen des Teichs unmöglich macht. © Jörg Richter

Doch das änderte sich Ende Januar mit dem Schnee. Was für viele Kinder der erste richtige Winter war und Glücksgefühle auslöste, bereitete den Wasserbauern zunehmende Probleme. Besonders, als die Schneeschmelze einsetzte und der Zschaitenbach mit Wasser volllief.

"Sie kriegen den See nicht trocken gehalten", sagt Mirko Kummer, der Vorsitzende des Sportfischervereins Nünchritz, der die Alte See als Anglergewässer nutzt. Der Zschaitenbach drückt von hinten rein. Irgendwann gaben die Boxdorfer auf und schalteten die Pumpe ab.

Wie Kummer berichtet, würden die Spezialisten gerade ein neues Konzept für die ökologische Teichsanierung erstellen und dem Anglerverband "Elbflorenz", wo die hiesigen Sportangler Mitglied sind, zukommen lassen. Kummer fragte dort in der vergangenen Woche nach, wie denn der Stand sei. Doch es sei noch nichts da, erhielt er beim Verband in Dresden zur Antwort.

"Die Sanierung nicht schleifen lassen!"

"Wir können die Sanierung nicht schleifen lassen", fordert Kummer. "Nicht, dass der Sommer kommt und es ist noch nichts passiert." Es hofft, dass der Alte See noch in diesem Jahr entschlammt wird. So lange das nicht geschehen ist, könnten keine neuen Fische in das Gewässer eingesetzt werden. Ein Anglerjahr an dem beliebten See, der gerade auch für die Nachwuchsgewinnung ideal ist, geht verloren.

Aus einer anderen Quelle ist zu erfahren gewesen, dass das neue Sanierungskonzept nicht nur mit dem Wasserstau im Zschaitenbach zu tun hat. Es gibt Hinweise darauf, dass der Alte See weit mehr verschlammt ist, als bisher angenommen.

Das ursprüngliche Konzept sah vor, den Schlamm vor Ort zu belassen und in dem hinteren Bereich des Teichs zu entsorgen. Ein Abtransport und eine Entsorgung auf einer Deponie wären deutlich teurer. Doch genau das scheint bei den zusätzlichen Schlammmassen notwendig zu werden.

Bisher wird die ökologische Sanierung des Alten Sees mit rund 70.000 Euro Fördermitteln unterstützt. Das entspricht 60 Prozent der Gesamtkosten, zu denen auch der Neubau eines Teichmönchs gehört. Die Fördergelder sind über das Regionalmanagement Elbe-Röder-Dreieck geflossen. Dort wird der Alte See als besonders wertvoll für den Naturschutz erachtet. Er ist neben dem Birkenteich und dem Küchenteich das größte Wasser-Reservoir im Glaubitzer Wald und wichtig für die Tier- und Pflanzenwelt.